26. Apr 2010   Bildung & Uni Recht

Wiener Rechtsanwaltskammer vermittelt Junganwälten unternehmerisches Know-How für Kanzleigründung

Michael Auer, Wiener Rechtsanwaltskammer

Wien. Mehr als 150 Teilnehmer sind am 22. April der Einladung der Wiener Rechtsanwaltskammer zum Junganwältetag 2010 ins Raiffeisen Forum Wien gefolgt.

Bei der kostenlosen Serviceveranstaltung, die von Raiffeisen durch die Bereitstellung der Räumlichkeiten unterstützt wurde, konnten Mitglieder der Wiener Rechtsanwaltskammer und Studierende ihr Wissen hinsichtlich einer Kanzleigründung erweitern.  Experten sprachen im Rahmen von Podiumsdiskussionen zu Themen wie Strategie, Planung, Controlling und Management von Kanzleien.

Bereits zum zweiten Mal lud die Rechtsanwaltskammer Wien Junganwälte dazu ein, ihr Know-how hinsichtlich der Gründung und des professionellen Managements einer Kanzlei im Rahmen des Junganwältetages zu vertiefen. Der Junganwältetag ist ein Service der Kammer für ihre Mitglieder.

Was das Studium nicht lehrt

„Rechtsanwälte erhalten umfassende Information aus Bereichen, die während des Studiums und der weiteren Ausbildung oft nicht oder nicht ausreichend vermittelt werden, aber für den Aufbau und das Management einer Kanzlei notwendig sind. Mit der Veranstaltung werden Themen besetzt, die für Rechtsanwälte essentiell sind“, erklärt Stefan Prochaska, Vizepräsident der Rechtsanwaltskammer und Initiator des erfolgreichen Events.

Im Rahmen zweier Workshops, die mit einem Podium von namhaften Experten aus Wirtschaft und Recht besetzt waren, wurden Fragen zu Methoden, betriebswirtschaftlichen Tools, Marketing und dem richtigen Umgang mit Medien diskutiert.

„Zu Beginn unterschätzen leider viele Anwälte den finanziellen und strukturellen Aufwand, den eine Unternehmensgründung mit sich bringt. Es ist wichtig, sich am Anfang einen Überblick zu verschaffen und  schrittweise seine Strategie umzusetzen“, so Christian Ohswald, Leiter Raiffeisen Private Banking.

Strategie und Planung wichtig

In einem Punkt waren sich die Gastredner einig: Um eine Rechtsanwaltskanzlei erfolgreich zu führen, genügt es heute nicht mehr, einfach ein Messingschild am Türeingang anzubringen: Die richtige Strategie, ein Businessplan und ein Qualitätsmanagement gehöre heute genauso dazu wie eine gut strukturierter Unternehmensauftritt im Internet, heißt es.

Junganwälte, die eine Kanzlei eröffnen, sollten sich vor der Start unbedingt Zeit nehmen, um sich Gedanken über ihr Geschäftsmodell, ihre Kernkompetenzen und ihren potenziellen Kundenstock zu machen, so die Kammer. Neben betriebswirtschaftlichen Fragen wurden auch Themen wie die neuen Herausforderungen und Chancen durch die Kommunikation in social media sowie der richtige Umgang mit Journalisten im Zuge der Positionierung der eigenen Kanzlei diskutiert.

„Durch die zusätzliche Managementfunktion, die ein Anwalt neben seiner Beratertätigkeit erfüllen muss, wird der zeitlich Aufwand natürlich größer. Effektive Planung und ein gutes Zeitmanagement sind wichtig um langfristig qualitativ hochwertige Leistungen anbieten zu können“, erklärt Claudine Vartian, Managing Partnerin bei DLA Piper Weiss-Tessbach die Aufgaben, die durch die Ausübung einer Führungsfunktion auf Rechtsanwälte zukommen.

Kontakt zu Dienstleistern rund um eine Kanzlei

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion gab es für die Teilnehmer die Möglichkeit, bei der Junganwältemesse konkrete Informationen zum Thema „Unternehmen Rechtsanwalt“ einzuholen. Die Rechtsanwälte konnten sich bei insgesamt 14 Anbietern aus den Bereichen Software, Versicherung und Verlage zu Dienstleistungen und Produkten informieren.

Link: Rechtsanwaltskammer Wien

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