15. Okt 2010   Recht

enwc feiert 15 Jahre Standort Budapest: „CEE-Strategie der Austro-Kanzleien richtig“

© enwc

Budapest/Wien. Die internationale Rechtsanwaltssozietät enwc Rechtsanwälte feierte das 15-jährige Jubiläum ihres Standorts in Budapest mit einer prominent besetzten Veranstaltung vor Ort.

Der Markteintritt in Ungarn ist „eine Erfolgsgeschichte für die gesamte österreichische Rechtsanwaltschaft“, meint Georg Walderdorff, Partner von enwc Rechtsanwälte in Wien: ein Fünftel des Auslandsumsatzes der Kanzlei werden heute in Ungarn erwirtschaftet. „Der Weg nach CEE war richtig und ein Erfolg.“

enwc Rechtsanwälte war eine der ersten Anwaltssozietäten, die 1995 ein Büro in der ungarischen Hauptstadt Budapest eröffnete. Anfang der 1990er Jahre wurden die ungarischen Tochterfirmen österreichischer Unternehmen an „sehr kurzer Leine gehalten“, erklärt Walderdorff: „Die Tochterfirmen hatten zwar einen ungarischen Geschäftsführer, aber die Beratung erfolgte in unserer Kanzlei in Wien.“

Dies änderte sich aber schnell und deswegen entschied man sich dafür, ein Büro in Budapest zu eröffnen. Was mit einer Rechtsanwältin und einer Sekretärin in einem kleinen Büro begann, ist heute ein 400 m²-Office an einem der repräsentativsten Plätze Budapests, dem Vörösmarty Ter.

Georg Walderdorff mit Jubiläumstorte © enwc
„Ein Fünftel des Auslandsumsatzes“

Das enwc Team mit mittlerweile 5 Partnern ist aktuell für rund 20 Prozent jenes Umsatzes verantwortlich, den enwc an seinen Auslands-Standorten macht. „Von 2008 auf 2009 haben wir bei enwc Rechtsanwälte ein Umsatzwachstum von 15% erreicht und das Büro in Budapest trägt maßgeblich zu diesem Wachstum bei“, so Walderdorff.

Mittlerweile werden auch viele ungarische Firmen und internationale Konzerne von enwc Budapest vertreten: So zählt das Büro renommierte Unternehmen wie Mango, C&A, Vögele, Hervis u.a. zu seinen Mandanten.

Nach wie vor sind aber rund 30% der Klienten österreichische Unternehmen. Weitere je 20% kommen aus Ungarn und Deutschland. Der Rest verteilt teilt sich auf Italien, Spanien, die Niederlande, Großbritannien, die USA, Frankreich und Belgien.

„Wir freuen uns, dass heutzutage etwa 70% der Klienten, die wir in Ungarn betreuen, auch vom Budapester Standort akquiriert werden“, erklärt Orsolya Bánki, Managing Partner von enwc Rechtsanwälte Budapest.

Österreicher zog es nach CEE

Der Aufbau von enwc Budapest sei nicht nur eine Erfolgsgeschichte für die Sozietät, sondern „für die gesamte österreichische Rechtsanwaltschaft“, ist Walderdorff überzeugt. Denn während deutsche Sozietäten in die neuen deutschen Bundesländer gingen, schlugen die österreichischen Kanzleien den Weg nach Budapest, Bratislava und Prag ein. Deswegen gebe es bis heute fast nur Büros von österreichischen Sozietäten in Ungarn, der Slowakei und der Tschechischen Republik.

„Was mir sehr viel Spaß macht, ist zu sehen, dass unser Kompetenzzentrum nicht mehr Wien ist. Mittlerweile sind nämlich die Kompetenzen quer über die internationalen Büros verteilt. Wir verstehen uns nicht als Kanzlei in Wien mit Büros in den Oststaaten, sondern jedes Büro ist ein Zentrum“, so Walderdorff.

Ein interessantes Detail: In Budapest gibt es so viele Anwaltskanzleien wie in ganz Österreich, wodurch klar sei, was für ein „massiver“ Wettbewerb zwischen den Kanzleien in Budapest existiert, erläutert Ferenc Berényi, ehemaliger Handelsrat der ungarischen Botschaft in Wien.

Ein Bereich, der in Ungarn aber immer noch Schwierigkeiten macht, ist die Rechtsdurchsetzung. Man habe zwar mittlerweile in Ungarn sehr moderne Gesetze, aber teilweise dauern die Prozesse „ewig lang“, so Walderdorff.

Österreich  als Partner

Österreich ist in Ungarn generell ein willkommener Partner, weil sich vorallem mittelständische Unternehmen ansiedeln und langfristig in Ungarn investieren, erklärte Erika Teoman-Brenner, Österreichische Handelsdelegierte in Budapest, bei der enwc-Feier.

Österreich ist mit 13% Prozent der Gesamtinvestitionen drittgrößter Investor in Ungarn nach Deutschland und den Niederlanden . „Die großen internationalen Konzerne sind im Gegensatz dazu oft so schnell wieder weg wie sie gekommen sind.“

Link: enwc

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