07. Jul 2011   Recht

WOLF THEISS startet mit „Talent Camp“: Weiterbildung auf Kanzlei-Kosten für Studenten

Arnim Wahls © Wolf Theiss

Wien. Österreichs größte Wirtschaftskanzlei Wolf Theiss setzt in der Suche nach dem bestqualifizierten Nachwuchs ab sofort auf Weiterbildung für Studierende: Zum ersten „Talent Camp“ Ende Juni wurden angehende Juristen eingeladen, die als Praktikant neben dem Studium bereits für Wolf Theiss gearbeitet haben – und die man künftig enger an sich binden möchte.

„Trotz der Nachwirkungen der Finanzkrise suchen wir jedes Jahr rund 30 neue Mitarbeiter“, sagt der Recruiting-Verantwortliche Arnim Wahls. (Werbung)

Die Großkanzleien haben zunehmend Schwierigkeiten, gute Leute zu finden, betont Wahls: idealtypische Kandidatinnen und Kandidaten verfügen über Erfahrung, Skills, natürlich auch die notwendigen handwerklichen juristischen Fähigkeiten, und darüber hinaus am besten auch über Kenntnisse, wie es in einer Großkanzlei zugeht. „Wir setzen darauf, gute junge Leute schon frühzeitig kennen zu lernen“, sagt Wahls.

Der übliche Weg dazu ist ein „Intership“, also Praktikum. „Wir suchen dafür nur nach Kandidaten, die wir auch als Associate nehmen würden – also als fixe Mitarbeiter“, stellt Wahls klar. „Ideal ist, wenn jemand für einen Monat im Sommer oder Winter kommt; schlägt er oder sie sich gut, dann nehmen wir sie oder ihn später als Trainee.“ Was Traineejobs angeht, ist Wolf Theiss flexibel, wird betont: zwischen 5 und 25 Stunden pro Monat ist alles möglich, je nach Bedürfnissen und Studiensituation.

Der lange Marsch

Um jedoch überhaupt einmal als Praktikant (Intern) in den ersten Monat starten zu können, muss ein Auswahlverfahren durchlaufen werden. Dabei kommt es natürlich auf juristische Kenntnisse an – aber noch wichtiger sind die Persönlichkeit der Kandidaten, ihre Fähigkeiten wie Argumentation und vor allem ihre Eignung zur Zusammenarbeit im Team.

Im Jahr 2010 hat Wolf Theiss in der Wiener Zentrale 30 Interns im Sommer aufgenommen und 10 weitere im Winter (Februar). Beworben hatten sich rund zehn Mal so viele Personen, so Wahls. Von diesen Bewerbern wurden etwa 60 zu Assessment-Centern eingeladen, mit dem Ziel dass etwa die Hälfte dann tatsächlich ein Praktikum macht. Wer als Kandidat also eine erfolgreiche schriftliche Bewerbung abliefert, hat buchstäblich schon die halbe Miete.

Folgende Kriterien führen laut Wolf Theiss zum Erfolg – weil sie eine Kandidatin oder einen Kandidaten interessant machen:

  • Studienfortschritt (z.B. sollten Jus-Studenten der Uni Wien idealerweise in der Mitte des 2. Studienabschnitts oder noch weiter sein)
  • Auslandserfahrung (sowohl Ausbildungssemester wie Arbeit im Ausland sind gern gesehen)
  • Praxiserfahrung (ob in einer Kanzlei oder in der Wirtschaft – „Hauptsache ein Praxisbezug ist schon da“, so Wahls)

Gute Noten sind durchaus gern gesehen, aber nicht entscheidend, wird betont. Das Assessment-Center selbst läuft praxisorientiert ab; für heuer wurden die Kandidaten etwa in zwei Lager aufgeteilt und mussten einen echten Fall bis zur fiktiven Vertragsverhandlung durchspielen, wobei sie natürlich betreut – und gleichzeitig beurteilt wurden. „Es kommt dabei weniger darauf an, wie gut sie sich schon auskennen, als auf ihre Fähigkeit, gemeinsam das Problem zu lösen“, so Wahls. Das wird von der Kanzlei gemäß dem Hausmotto als „Passion, Knowledge and Talent“, definiert.

Neu: Talent Camps für Studenten

Nun treten die „Talent Camps“ als Ausbildungsstätten für interessante Nachwuchs-Juristen neu dazu in die Wolf Theiss-Ausbildungssphäre. Man investiert in die Weiterbildung von Menschen, die selbst noch in Ausbildung sind, also noch nicht Teil der Mannschaft der Kanzlei – eine Novität in der Branche, wird betont. Auf dem Lehrplan steht Praxisnahes: „Legal Skills“, die auf der Uni leicht zu kurz kommen (konkret beim ersten Talent Camp Vertragsenglisch für Juristen).

Heuer im Sommer nimmt Wolf Theiss in den Monaten Juli, August und September erneut je 11 Interns in Wien auf; in den Büros in den Nachbarstaaten sind es in Summe annähernd gleich viele. Es ist übrigens Ziel der Kanzlei, das mehrstufige Recruiting-System (Praktikum, Trainee, Associate) auch in den CEE-Büros flächendeckend einzuführen.

Bewerben kann man sich das nächste Mal wieder für den Wintermonat Februar, für den in Wien 7 bis 10 Personen gesucht werden (Bewerbungsschluss ist November). Über die Jahre landet etwa ein Drittel der Praktikanten dauerhaft bei Wolf Theiss, lautet eine Schätzung.

Link: Wolf Theiss
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