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Der genormte Mensch: Standard-Körpermaße bestimmen Gestaltung von Arbeitsplätzen und Produkten

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Wien. Ob Gestaltung von Arbeitsplätzen, Sicherheitsabstände an Maschinen oder Abmessungen von Schutzvorrichtungen: sie alle haben eine gemeinsame Grundlage, nämlich das Maß des Menschen, so das Austrian Standards Institute.

Wie diese Abmessungen von Körpergröße über Sitzhöhe bis zu Fingerlänge fachgerecht gemessen und erfasst werden, bestimmen internationale Regelwerke. Die ÖNORM EN ISO 7250 definiert Kriterien zur Erhebung relevanter Maße in einer Bevölkerungsgruppe.

Eine wichtige Grundlage, um Produkte und Maschinen nutzen zu können, sind die Durchschnittsmaße des Menschen. Diese Daten müssen allerdings laufend aktualisiert werden, da sich das „menschliche Maß“ unterschiedlich schnell verändert, heißt es. Besonders augenfällig wird dies etwa, wenn man Gebäude aus früheren Jahrhunderten besichtigt, deren Bewohner im Durchschnitt wesentlich kleiner waren als heute. Hier sind von den Türen über Betten, Sessel und Tische alle Dinge für moderne Menschen zu klein. Die globalisierte Wirtschaft steht noch zusätzlich vor der Herausforderung, dass die Menschen in den verschiedenen Weltregionen bezüglich ihrer Maße stark variieren, so das Austrian Standards Institute (ASI).

Um hier Abhilfe zu schaffen, definiere die ISO 7250 mit ihren beiden Teilen Kriterien zur Erhebung relevanter Maße in einer Bevölkerungsgruppe. Während der erste Teil wesentliche anthropometrische Maße zusammenstellt, versammelt der zweite Teil anthropometrische Datenbanken einzelner Bevölkerungen von neun ISO-Mitgliedsländern (Österreich, Deutschland, Italien, Japan, Kenia, Korea, Niederlande, Thailand, USA). Während etwa das Durchschnittsgewicht in Deutschland demnach 79 kg (Männer) bzw. 66 kg (Frauen) beträgt, sind es in Kenia 69 bzw. 67 kg.

Diese Daten dienen insbesondere zur Gestaltung und Sicherheit von Geräten, die Körpermaßvorgaben benötigen, wo immer die nationale Anpassung der Gestaltungsparameter gefordert wird, heißt es.

Messpunkte und Messgeräte

Die Auflistung der Körpermaßdefinitionen und -messpunkte hat nicht das Ziel, als Messanleitung zu dienen. Vielmehr soll sie dem Ergonomen und Designer das anatomische und anthropometrische Basiswissen vermitteln und gleichzeitig die Prinzipien der Messmethoden deutlich machen, um sie bei der Entwicklung von Gestaltungslösungen zu nutzen.

Die ÖNORM beschreibt mit Hilfe von Zeichnungen mehr als 60 Messpunkte am menschlichen Körper, die für die Gestaltung von Produkten wichtig sein können. Dabei können traditionelle Messgeräte zum Einsatz kommen, etwa Anthropometer, Gleitzirkel, Tasterzirkel, Waage und Maßband. Aber auch moderne 3D-Systeme sind verwendbar. Messungen mit digitalen Geräten müssen allerdings in einem genau festgelegten Toleranzrahmen den Ergebnissen der traditionellen Messung entsprechen, so das ASI.

Veränderung der Maße

Wie schon im Vergleich mit früheren Jahrhunderten verdeutlicht, ist es auch in den letzten Jahrzehnten zu einer Zunahme der Körpermaße der Menschen in vielen Ländern gekommen. Die Zunahmegeschwindigkeit ist allerdings von Land zu Land unterschiedlich („säkulare Veränderung“), was eine länderspezifische Datenerhebung umso wichtiger mache, heißt es.

Zur Vereinfachung der Erhebung stellt die ISO 7250 Körpermaßdaten für Menschen im erwerbsfähigen Alter bereit. Nicht berücksichtigt sind daher Daten für Kinder unter 16 Jahren und für ältere Menschen jenseits der Erwerbsfähigkeit. Je nach Erhebungsziel kann die Bevölkerung nach Geschlecht, Alter, Region, Tätigkeit/Beruf oder Bildungsniveau ausgewählt werden.

Link: Austrian Standards Institute

 

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