14. Sep 2011   Recht

Liechtenstein in den Augen der OECD nun durchlässiger in Steuerfragen

Vaduz (Regierungsviertel) © böhringer friedrich / Wikipedia

Vaduz. Das Fürstentum Liechtenstein fühlt sich bei seiner neuen Transparenz-Politik im Steuerbereich bestätigt: Das OECD Global Forum über Transparenz und Informationsaustausch für Steuerzwecke habe in seinem jüngsten Länderbericht über Liechtenstein Fortschritte bei der Umsetzung der internationalen Amtshilfestandards ausdrücklich gewürdigt.

Mängel gibt es laut Global Forum aber noch bei Inhaberaktien, Trusts u.ä.: hier seien die Eigentümer in einigen Fällen weiterhin schwer ermittelbar. Das Fürstentum gelobt Besserung.

Liechtenstein erfüllt die meisten Kriterien ganz oder teilweise, heißt es in dem Bericht. Regierungschef Klaus Tschütscher: „Dieser Bericht gibt uns weiteren Rückenwind für unsere begonnenen Reformen und motiviert uns, unsere Anstrengungen für einen stabilen und transparenten Finanz- und Wirtschaftsstandort Liechtenstein konsequent fortzusetzen“.

Das Global Forum überprüft mittels so genannter „Peer Reviews“ die Einhaltung der geltenden Amtshilfestandards. Die Überprüfung erfolgt in zwei Phasen und wurde bisher von über 40 Ländern und Jurisdiktionen in der ersten oder in beiden Phasen abgeschlossen. In der ersten Phase wird geprüft, ob die geltenden Rechtsgrundlagen – nationale Gesetze und internationale Abkommen – mit den festgelegten Kriterien im Einklang stehen. Gegenstand der zweiten Phase ist die Überprüfung der Wirksamkeit des Informationsaustausches in der Praxis.

Die erste Phase der Überprüfung, die mehrere Monate gedauert hat, ist für Liechtenstein mit diesem Bericht abgeschlossen.

Phase 2 naht

„Da Liechtenstein die wesentlichen rechtlichen Anforderungen erfüllt, wird es zur zweiten Phase zugelassen. Für Liechtenstein ist diese zweite Phase für Ende 2012 vorgesehen, sofern bis dahin Massnahmen zur Umsetzung der Empfehlung betreffend die Buchführungsvorschriften getroffen und wesentliche Schritte zur Beseitigung der festgestellten Mängel bei der Verfügbarkeit von Informationen über die Eigentumsverhältnisse von allen relevanten Rechtsformen eingeleitet wurden“, erläutert Katja Gey von der Stabsstelle für Internationale Finanzplatzagenden, die auch die liechtensteinische Delegation leitete.

Das Global Forum spricht auch Verbesserungsempfehlungen aus – denen man nachkommen werde, heißt es. „Die Regierung wird sämtliche Empfehlungen des Global Forums prüfen und die notwendigen Umsetzungsmaßnahmen an die Hand nehmen“, so Tschütscher.

So hält der Bericht fest, dass mit den bestehenden Mechanismen in Liechtenstein nicht in allen Fällen die Identität von Inhaberaktionären festgestellt werden können. Auch bei Trusts, Treuunternehmen und Anstalten gebe es noch Mängel.

Link: Global Forum

 

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