02. Dez 2011   Bildung & Uni Recht

Sonja Puntscher-Riekmann übernimmt die Leitung der „European Union Studies“ an der Uni Salzburg

Sonja Puntscher-Riekmann ©M. Lepka

Salzburg. Die Universität Salzburg hat neben den drei bereits bestehenden Schwerpunkten „Biowissenschaften und Gesundheit“, „Recht, Wirtschaft und Arbeitswelt“ sowie „Wissenschaft und Kunst“ nun als Nummer 4 die „European Union Studies“ eröffnet. Es geht dabei nicht zuletzt auch um Europarechsthemen.

Mit der Leitung wurde die Politikwissenschaftlerin Sonja Puntscher-Riekmann betraut, zu ihren Stellvertretern wurden Europarechtsexperte Thomas Eilmansberger und Wirtschaftswissenschaftler Hannes Winner ernannt.

Die Universität Salzburg will  mit den Schwerpunkten besondere Akzente setzen und stellt diesen Ressourcen (u.a. finanzielle Mittel) zur Verfügung, heißt es. Die Teams der Schwerpunkte setzen sich aus Mitgliedern der beteiligten Fachbereiche zusammen. Sie bestehen auf Zeit und werden in der Regel nach fünf Jahren evaluiert, heißt es.

Darüber hinaus sollen sie eine besondere Bedeutung für die strategische Gesamtentwicklung der Universität haben: So können sie neue Studienrichtungen oder zusätzliche Lehrangebote einführen.

Schwerpunkt „European Union Studies“

Das besondere Profil des neuen Schwerpunktes „European Union Studies“ sei seine interdisziplinäre und interfakultäre Ausrichtung, da er neben den Rechts-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften auch die Geisteswissenschaften einbeziehe.

Zentrale Forschungsthemen sind u.a. die institutionelle Ausgestaltung der Europäischen Union, die Verfassungsdynamik des Europarechts sowie die Regulierung der europäischen Märkte im Hinblick auf den Einfluss der Globalisierung auf die europäische Wohlfahrtsstaatlichkeit.

Zentrale Fragen zur EU

„Die Europäische Union mit ihren nun 27 Mitgliedstaaten steht vor großen Herausforderungen. Die Finanz- und Schuldenkrise erfordert verbesserte Methoden zur Koordinierung der Wirtschaftspolitik“, erklärt die neue Leiterin des Schwerpunktes, Sonja Puntscher-Riekmann.

Fragen der internen Sicherheit hätten in allen Mitgliedsstaaten an Bedeutung gewonnen und zu einer verstärkten Kooperation auch auf europäischer Ebene geführt, so Puntscher-Riekmann. Die Verfassungsdebatte, ausgelöst durch die Ausarbeitung des Verfassungsvertrages zu Beginn des Jahrhunderts, habe mit dem Vertrag von Lissabon noch keine abschließende Antwort gefunden.

Dazu kommen Fragen nach den Effekten der Integration auf die europäische Gesellschaft, auf Arbeitsmärkte und Sozialstaatskonzepte. „Dabei liegen die Herausforderungen nicht nur innerhalb Europas, sondern auch im internationalen wirtschaftlichen Wettbewerb.“ Zunehmend sei die Union dabei gefordert, ihre Rolle als Akteur in der Außenpolitik, im Besonderen in der Beziehung zu Nachbarstaaten zu definieren.

Das Forschungsprogramm des Salzburg Centres of European Union Studies will sich dieser Fragestellungen annehmen und dabei auch mit politischen Entscheidungsträgern und internationalen think tanks kooperieren.

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Ein weiteres Hauptaugenmerk des neuen Schwerpunktes liege auf der Ausbildung des akademischen Nachwuchses und damit einer engen Verknüpfung von Forschung und Lehre. Bereits seit 2005 wird das Masterstudium „European Union Studies“ angeboten, in dem zurzeit 140 Studierende inskribiert sind, 2008 wurde zudem ein Doktorandenkolleg ins Leben gerufen.

Beide Programme weisen eine stark internationale Ausrichtung auf, nicht zuletzt durch die Einrichtung eines fellowship-Programms, das es ermöglicht, internationale Forscher an die Universität Salzburg zu bringen und in das Lehrprogramm einzubinden.

Mit der Einrichtung des Schwerpunktes „European Union Studies“, der ab dem 1. Jänner 2012 auf der Edmundsburg sein organisatorisches Zentrum hat, will die  Universität Salzburg die „Bedeutung der Europaforschung besonders hervorheben und die eigene Profilbildung stärken“, heißt es abschließend.

Link: Uni Salzburg

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