08. Mrz 2012   Steuer

PwC-Studie über Erneuerbare Energien: Transaktionen in Österreich eher niedrig, in Europa plus 80 Prozent

Michael Sponring ©PwC

Wien. Erneuerbare Energien werden bei Investoren immer beliebter. Im Jahr 2011 stieg das Gesamtvolumen der M&A-Transaktionen in diesem Sektor weltweit um 40 Prozent auf 53,5 Milliarden US-Dollar.

Während das Transaktionsvolumen in Österreich eher auf niedrigem Niveau blieb, stiegen die Investitionen in Europa um satte 80 Prozent, wie die PwC-Studie „Renewables Deals – 2012 Outlook and 2011 Review“ berichtet. 

Weltweit entfielen von dem Gesamtvolumen von 53,5 Milliarden US-Doller rund 11,9 Milliarden auf Private-Equity-Fonds und andere Beteiligungsgesellschaften (2010: 4,8 Milliarden US-Dollar). Die Gesamtzahl der Transaktionen ging 2011 global leicht um sechs Prozent auf 570 zurück, heißt es in einer Aussendung.

„Für Finanzinvestoren bieten sich derzeit gute Kaufgelegenheiten: Der harte Wettbewerb im Bereich der Solar- und Windkraft hat die Unternehmensbewertungen sinken lassen. Gleichzeitig benötigen viele Unternehmen frisches Kapital, das sie von den Banken wegen der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Euro-Schuldenkrise nicht bekommen“, erklärt Michael Sponring, Leiter des Bereichs Energiewirtschaft bei PwC Österreich.

Während in Europa das Transaktionsvolumen im Bereich Erneuerbare Energien im Vergleich zu den Vorjahren stark angestiegen ist, blieb in Österreich das Transaktionsvolumen in diesem Bereich eher auf geringem Niveau.

Solarenergie und Windkraft ex aequo

Den größten Anteil am weltweiten Transaktionsvolumen hatten 2011 Deals in den Bereichen Solarenergie (15,84 Milliarden US-Dollar bzw. 30 Prozent) und Windkraft (15,49 Milliarden US-Dollar bzw. 29 Prozent). Fallende Preise für Solarmodule und Windturbinen dürften die Konsolidierung in beiden Segmenten 2012 weiter vorantreiben, prognostiziert PwC.

„Nicht nur europäische und amerikanische Unternehmen, sondern auch chinesische Hersteller stehen unter hohem Kostendruck. In China gibt es zudem bereits heute erhebliche Überkapazitäten. Wir rechnen daher mittelfristig mit der Herausbildung einer begrenzten Zahl von Global Playern im Solar- und Windkraftanlagenbau“, erklärt Sponring.

Transaktionen stiegen in Europa um 80 Prozent

Das mit Abstand höchste Transaktionsvolumen verzeichnete 2011 Europa. Der Gesamtwert der abgeschlossenen Deals stieg gegenüber 2010 um 80 Prozent auf gut 30 Milliarden US-Dollar. Der größte Teil des Investitionsvolumens entfiel auf die Windkraft (40 Prozent), gefolgt von der Solarenergie (32 Prozent) und dem Bereich Energieeffizienz (19 Prozent).

Das Dealvolumen verteilte sich gleichmäßig unter den dominierenden M&A-Regionen. Mit rund fünf Milliarden US-Dollar entfiel die größte Summe auf Ziele in Spanien, gefolgt von Italien (4,6 Milliarden US-Dollar) und Frankreich (3,6 Milliarden US-Dollar).

Nordamerika stand 2011 mit knapp 12,4 Milliarden US-Dollar (2010: 13 Milliarden US-Dollar) für rund ein Viertel des globalen Transaktionsvolumens. Allein in die Solarbranche investierten Käufer fast 5,2 Milliarden US-Dollar. In Südamerika stieg das M&A-Volumen im vergangenen Jahr deutlich um 63 Prozent auf rund 6,2 Milliarden US-Dollar.

Deals in der Region Asien-Pazifik trugen 2011 mit 4,6 Milliarden US-Dollar (plus 15 Prozent gegenüber 2010) zum globalen Transaktionsvolumen bei. Mit rund 9,4 Milliarden US-Dollar deutlich höher ist allerdings der Gesamtwert der Transaktionen, an denen asiatische Investoren auf der Käuferseite standen.

Link: PwC

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