23. Mrz 2012   Steuer

KPMG-Studie: Risikobewusstsein gewinnt in Unternehmen zunehmend an Bedeutung

Peter Ertl © KPMG

Wien. Der Themenkomplex Governance, Risk Management und Compliance (GRC) gewinnt bei Vorständen von Unternehmen immer mehr an Bedeutung.  In einer aktuellen KPMG-Umfrage geben rund 41 Prozent der Befragten an, dass diese Themen vom Vorstand sehr ernst genommen werden; vor der Finanzkrise traf dies nur bei lediglich 10 Prozent der Befragten zu.

Die Geschäftsleitung (48 Prozent) und die Aufsichtsbehörden (43 Prozent) sollen dabei zu den wesentlichen Treibern für die Verbesserung der GRC-Aktivitäten zählen, so die Studie.

Der Themenkomplex Governance, Risk Management und Compliance (GRC) stellt sicher, dass klare Unternehmensrichtlinien existieren, wesentliche Risiken in der Unternehmenssteuerung berücksichtigt sowie externe und interne Regularien eingehalten werden.

Dies gewinne für die Geschäftsleitung zunehmend an Bedeutung, heißt es in einer Aussendung über das Ergebnis einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG.

Peter Ertl, Partner im Bereich Risk Consulting bei KPMG: „Unternehmen schenken der Einbeziehung von Governance, Risiko und Compliance ganz eindeutig mehr Aufmerksamkeit. Allerdings befinden sich die meisten noch in einem relativ frühen Stadium, so sind z.B. Komplexität und mangelnde Erfahrung weiterhin große Herausforderungen.“

Bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes werden für GRC aufgewendet

  • 89 Prozent der Befragten geben an, dass die Kosten für GRC-Maßnahmen als Folge der Priorisierung gestiegen sind.
  • 75 Prozent der Unternehmen wenden bis zu einem Zehntel ihres Jahresumsatzes für GRC-Initiativen auf, heißt es.
  • Weiters sagen nur 38 Prozent der Befragten, dass in ihren Unternehmen ein effektiver Austausch von Informationen und Ressourcen über Funktionen hinweg stattfindet, und weniger als ein Drittel schätzen die Leistung ihrer Unternehmen hinsichtlich eines grenzüberschreitend einheitlichen GRC-Ansatzes als gut ein.
  • Lediglich 9 Prozent der Unternehmen integrieren GRC-Aktivitäten in ihre Geschäftsstrategien.

Gert Weidinger, ebenfalls Partner im Bereich Risk Consulting bei KPMG: „Wichtig ist das Verständnis, dass Risikomanagement alle Mitarbeiter betrifft. Die bloße Bündelung dieser Themen in einer Abteilung genügt nicht. Wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Integration dieser Themen in die täglichen Geschäftsabläufe. Eine Stabstelle kann dabei ein interner Berater sein, niemals ist die Stabstelle jedoch für die Einhaltung von Compliance-Bestimmungen verantwortlich. Dafür ist immer der jeweilige Prozessverantwortliche zuständig.“

Link: KPMG

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