07. Mai 2012   Bildung & Uni Recht

Donau-Uni Krems: Krisen-Gipfel für Österreichs Profis der Krisen-Kommunikation

Krems. Nichts lehrt so viel über die Praxis wie der Ernstfall: Österreichs Pressesprecher, Journalisten und Krisenmanager sollen am „Krisenkommunikationsgipfel 2012“ der Donau-Uni Krems Krems die Trends ihrer Branche diskutieren.

Für den Gipfel wird von einem Kieler Institut Know-how nach Österreich transferiert. Anlässe für Krisenkommunikation und Reputationsmanagement gibt es hier laut den Veranstaltern nämlich in letzter Zeit genug:  von der Hochegger-Affäre über den Fall Prolactal bis zu den Verlusten bei Hypo Alpe-Adria Bank & Co haben Profis viel zu tun.

Die Referenten der Veranstaltung (20. Juni 2012) stammen u.a. von Austrian Airlines, ÖBB, voestalpine, Allianz, Hypo Alpe-Adria Bank, ORF, Kurier, AGES, GIS und dem MuseumsQuartier Wien, heißt es in einer Aussendung; es gibt Fallstudienvorträge und eine Podiumsrunde.

  • Stephan Raab von der Piratenpartei Österreichs erklärt laut Veranstaltern, wie seine Partei durch den Einsatz Sozialer Medien die Politik transparenter gestaltet und die Vertrauenskrise in politische Entscheidungsträger überwinden will.
  • Ingrid Vogl vom PRVA Public Relations Verband Austria zieht Lehren aus den Fällen Hochegger, Grasser & Co für das Verhältnis von Politik, Wirtschaft, Medien und PR.
  • Ingrid Kiefer von der AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit zeigt auf, welche Fehler Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft bei der Kommunikation von Produktrückrufen besser vermeiden sollten.

Torhüter in Zeiten von Social Media

„Die Bedeutung zeitnaher und trotzdem überlegter Krisenkommunikation hat im Zeitalter von Facebook, Twitter & Co stetig zugenommen“, sagt Gipfel-Initiator Frank Roselieb, Direktor des Krisennavigator – Institut für Krisenforschung, ein „Spin-Off“ der Universität Kiel. „Um Reputationsschäden zu vermeiden, müssen die Betroffenen quasi in Echtzeit auf vielen Kanälen gleichzeitig kommunizieren – und trotzdem den Überblick behalten.“

Der Österreichische Krisenkommunikationsgipfel 2012 sei das mittlerweile 15. Gipfeltreffen des Kieler Krisennavigator. Er richte sich an Kommunikationsverantwortliche, Pressesprecher, Journalisten, Führungskräfte in Wirtschaftsunternehmen, Verbänden, Behörden und der Politik, Krisenmanager sowie an Wissenschafter.

„Youtube, Facebook und Twitter zum Trotz nehmen Journalisten in Krisenzeiten weiterhin eine wichtige Gatekeeper-Funktion ein. Sie hinterfragen Anwürfe Dritter und Pressemitteilungen kritisch und sorgen so für Orientierung im Krisenchaos“, so Michael Roither, Leiter des Zentrums für Journalismus und Kommunikationsmanagement an der Donau-Universität Krems. „Gleichwohl gelten im Krisenfall andere Regeln der Öffentlichkeitsarbeit, auf die sich Pressesprecher frühzeitig einstellen sollten.“

Gemeinsam mit den Journalisten Rainer Fleckl („Kurier“), Michael Csoklich (ORF-Radio) und Sebastian Loudon (Horizont & Bestseller), den Kommunikationsverantwortlichen Peter N. Thier (Austrian Airlines) und Marita Roloff (Allianz Österreich) sowie dem Medienrechtsexperten Peter Zöchbauer diskutiert er in einer Podiumsrunde, worauf es bei der Medienarbeit in Krisenzeiten  ankommt, heißt es weiter.

Veranstaltungspartner des diesjährigen Gipfeltreffens sind die Berufs- und Branchenverbände Public Relations Verband Austria (PRVA), Verband für Integrierte Kommunikation (VIKOM) und Deutsche Gesellschaft für Krisenmanagement e.V. (DGfKM). Als Medienpartner unterstützen den Kongress die APA-OTS Originaltext-Service GmbH sowie die Fachpublikationen „Horizont“, „medianet“ und „Krisenmagazin“.

Link: Krisenkommunikationsgipfel 2012

 

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