28. Jun 2012   Bildung & Uni Recht

Islamisches Recht aus österreichischer Sicht: Das Juristen-Handbuch zum Arabischen Frühling

©Credit Facultas

Wien. Viel Bewegung in der arabischen Welt: In seiner ersten Ansprache hat sich Mohammed Mursi als „Präsident aller Ägypter“ bezeichnet und angekündigt, eine Frau und einen koptischen Christen zu Vizepräsidenten zu machen. Damit reagiert der ehemalige Funktionär der konservativen Muslimbruderschaft in überraschend moderatem Ton auf die von seinen Anhängern oft erhobenen Forderungen, den Koran als Verfassung und die Scharia als Gesetz anzuerkennen, so der Verlag Facultas.

Experte Rüdiger Lohlker setzt sich in dem neuen Buch „Islamisches Recht“ mit dem Verhältnis zwischen Islamischem Recht und Säkularität auseinander – ein aktuelles Thema in Zeiten der Neuordnung nach dem Arabischen Frühling, so der Verlag.

Univ.-Prof. Dr. Rüdiger Lohlker lehrt Islamwissenschaften an der Universität Wien, dem ersten ordentlichen Lehrstuhl für Orientalistik Österreichs.

Sunnitische und schiitische Sicht

Das islamische Recht wird in den meisten Fällen mit Blick auf die einzelnen Rechtsbestimmungen und Rechtsgebiete betrachtet, heißt es beim Verlag. Erst eine Beschäftigung mit den Methoden des Rechts ermögliche es aber, die Denkweisen von Scharia-Gelehrten vom Grunde her zu verstehen.

Neben sunnitischen Ansätzen werden in diesem Band auch schiitische Gedanken mit einbezogen, genauso wie neben den Ausführungen älterer Scharia-Gelehrter auch die aktuelle muslimische Diskussion berücksichtigt werde. Eine Fülle an Auszügen aus Originalquellen – erstmals in deutscher Übersetzung – zeige unter anderem Aspekte des theologischen Hintergrundes und die Rolle der Sprache beim Argumentieren der Gelehrten.

Link: Facultas

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