08. Aug 2012   Bildung & Uni Recht

Die Zukunftsstrategie eines Fachverlags: Lindeonline setzt auf Buch-Pakete und iPad

Thomas Kronsteiner ©Lindeonline

Wien. Die Bündelung von Fachzeitschriften und Fachbüchern zu Online-zugänglichen Paketen wie „Steuerrecht“ bringt dem Linde Verlag Erfolge, sagt Thomas Kronsteiner, zuständig für Vertrieb und Marketing von Lindeonline.

Ab Herbst soll ein neues Programm von E-Book-Titeln auf Tablet-PCs wie Apples iPad für Schwung sorgen. „Beim Leserverhalten erleben wir derzeit eine Zeit des Umbruchs.“

Der Linde Verlag, im Gegensatz zu internationalen Konkurrenten ein österreichischer Familienbetrieb, publiziert bekanntermaßen seit Jahrzehnten Fachliteratur aus Recht, Wirtschaft und Steuern. Der Siegeszug des Internets einerseits und von Tablet-PCs wie dem iPad von Apple andererseits stellt die Verlage vor neue Herausforderungen – und Linde setzt auf ganz neue Produkte, um von dem Trend zu profitieren.

Kronsteiner: „Unsere Strategie ist es, den Kunden vorgefertigte Pakete anzubieten – dort, wo es Sinn macht.“ Und ab Herbst soll ein breites Programm von Titeln für Apples iPad und weitere Tablet-Computer folgen.

Schrittweiser Ausbau

Dahinter steht eine ausgefeilte Strategie: Der erste Schritt in die Online-Vermarktung wurde bereits vor einiger Zeit im Steuerrecht gesetzt, wo der Linde Verlag mit seiner Zeitschrift „SWK“ ein starkes Standbein hat.

In der ersten Phase erhielten Print-Abonnenten der SWK einen Online-Zugang zur Datenbank, mit dem sie in dieser recherchieren konnten. Auch bei den Fachzeitschriften „PV-Info“ (Lohnverrechnung) und „Steuer und Wirtschaft International“ (SWI) wurde so vorgegangen. „Im weiteren Schritt wurden dann thematisch passende Fachbücher als Ergänzung dazu angeboten“, so Kronsteiner. Das Endziel lautet, für alle Zeitschriften solche Themenpakete anzubieten.

So enthält das Themenpaket „Lindeonline Steuerrecht National“ die Module Steuerbibliothek National und die Fachzeitschriften SWK und UFSjournal. In der Steuerbibliothek finde der Kunde täglich benötigte Arbeitsbehelfe vor und keine exotischen Randtitel. Beispielsweise enthält die Steuerbibliothek je einen Kommentar zum Einkommensteuergesetz (EStG), Umsatzsteuergesetz, Bundesabgabenordnung (BAO) usw.

Das Angebot an Themenpaketen wird laufend ausgebaut; zuletzt wurde etwa die Bibliothek Rechnungswesen für Wirtschaftstreuhänder herausgebracht. Der Umfang der Pakete ist beträchtlich, so enthält etwa das Rechnungswesen-Paket über 50 Bücher und wird in mehreren Abstufungen (von Basis bis Gesamt) angeboten. Weitere Themenpakete sollen 2013 folgen.

Am Tablet wird lieber gelesen

Die Entwicklung endet damit nicht: Was das Leserverhalten betrifft, erleben die Verlage derzeit eine Zeit des Umbruchs, sagt Kronsteiner: Fachbücher werden lieber in gedruckter Form gelesen, doch zur Recherche werden Online-Werkzeuge benutzt: „Auch Lindeonline wird daher von unseren Kunden als klassisches Recherchetool gesehen“, so Kronsteiner.

Doch die Einführung des iPad und anderer Tablet-PCs stellt nun einen weiteren Veränderungsschritt dar: Damit werden im Gegensatz zum klassischen Bildschirm auch längere Texte gelesen.

Daher werden die Linde-Titel sukzessive auf das iPad gebracht; die Pilotphase dafür hat bereits begonnen und im Herbst 2012 erfolgt die breite Markteinführung. Es funktioniert so, dass die Leser mittels Gratis-App alle Titel, die sie in Lindeonline abonniert haben, auf ihr iPad laden können.

An Plattformen werden neben den Apple-Produkten später auch Android und eventuell weitere unterstützt. Kronsteiner sieht die Marktchancen weniger im Verkauf von Einzeltiteln, als in der Paketstrategie – etwa indem Kanzleien passende Themenpakete zur Versorgung ihrer gesamten Mannschaft angeboten werden. „Bei den E-Books geht es um attraktive Kuppelprodukte, und da sind wir sicher einen Schritt voraus.“

Link: Linde Verlag

 

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