28. Nov 2012   Recht

DLA Piper analysiert die möglichen Auswirkungen der geplanten FSA-Aufspaltung in Großbritannien

Jasna Zwitter-Tehovnik ©A.Rauchenberger

Wien/London. Eine aktuelle Studie von DLA Piper und Wirtschaftsprüfungs- und Finanzberatungsunternehmen BDO analysiert die möglichen Auswirkungen der geplanten Aufspaltung der britischen Finanzmarktaufsicht FSA (Financial Services Authority) in zwei neue Aufsichtsbehörden: Die Financial Conduct Authority (FCA) und die Prudential Regulation Authority (PRA).

Zwei Drittel der Befragten glauben, dass das neue sogenannte „Twin Peaks“-Aufsichtssystem ein deutliches Mehr an Kosten verursachen wird.

Die Studie kommt zum Ergebnis, dass die Branche mit weiteren Zusatzkosten rechnet, den damit zusammenhängenden Anstieg von Personalkosten jedoch weiterhin unterschätzt, heißt es in einer Aussendung.

Zwei Drittel der Befragten gaben an, einen spürbaren Anstieg an Regulierungskosten zu erwarten. Zudem erwarten 68% der Befragten, dass signifikante Ressourcen für die Kommunikation der Veränderungen an die Kunden eingeplant werden müssen.

Groß ist auch die Besorgnis, dass die PRA und FCA keinen einheitlichen Regulierungsansatz verfolgen werden und somit die Kostenbelastung für Finanzdienstleistungsunternehmen durch ein zersplittertes System weiter verstärkt wird.

„Zudem ergibt sich aus der vorgeschlagenen Schaffung eines einheitlichen europäischen Aufsichtsmechanismus – dem Single Supervisory Mechanism, kurz SSM – durch den sämtliche Banken der Eurozone unter die gemeinsame Aufsicht der Europäischen Zentralbank gestellt werden, die Möglichkeit einer maximierten Harmonisierung der EU-Richtlinien sowie detailliertere Berichtspflichten und Auflagen für die Zukunft. Dies wirft wiederum die Frage auf, inwieweit FCA und PRA ihre Aufsichtsfunktionen autonom werden wahrnehmen können“, erklärt Jasna Zwitter-Tehovnik, Partnerin Banking und Finance bei DLA Piper.

Mehrheit für das neue duale System

Abgesehen von den erwähnten Bedenken ist die Mehrheit der Befragten (79%) dennoch der Meinung, dass das „Twin Peaks“ Aufsichtssystem die Regulierungseffizienz verbessern und letztlich den Kunden direkte Vorteile (58%) bringen wird.

Zwitter-Tehovnik ist der Ansicht, dass die gleichzeitig mit der Reform der europäischen Bankenaufsicht stattfindende Reform der britischen Regulierungsbehörde eine Herausforderung für den wichtigsten europäischen Finanzplatz darstellt.

„Schwer abzuschätzen ist in diesem Zusammenhang auch, wie die diesbezügliche Harmonisierung mit europarechtlichen Vorgaben sowie die korrelierende Anwendung von europäischen und nationalen Vorschriften erfolgen werden“, so Zwitter-Tehovnik.

Link zur Studie (pdf)

Link: DLA Piper

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