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Freshfields: So lassen firmeninterne Fehler die Aktienkurse abstürzen

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Wien. Freshfields Bruckhaus Deringer analysierte in einer weltweiten Studie 78 Krisenfälle börsennotierter Unternehmen aus den vergangenen fünf Jahren. Ergebnis: Durch Fehlverhalten von Mitarbeitern ausgelöste Krisen führen zu den massivsten Aktienkursverlusten bei den betroffenen Unternehmen.

Ein kurzfristiger Kursrutsch von 50 Prozent ist möglich, sobald illegale Praktiken publik werden. Operative Krisen haben dagegen die gravierendsten langfristigen Folgen.

  • Strukturelle Krisen wie finanzielle Engpässe oder kostspielige Gerichtsprozesse hinterlassen bei Firmen langfristig den geringsten Reputationsschaden, so die Studie.
  • Auch Datenskandale beeinträchtigen der Untersuchung zufolge kaum den guten Ruf eines Unternehmens, heißt es in einer Aussendung.
  • Die Studie zeigt weiter, dass von 899 Vorständen krisengeschüttelter Unternehmen rund 10 Prozent ihren Posten während der ersten sechs Monate nach einem Zwischenfall räumen mussten.
  • Bei Unternehmen, deren Aktienkurs nicht innerhalb der ersten sechs Monate auf das Vorkrisenniveau zurückgeführt werden konnte, mussten 15 Prozent der Vorstände gehen.
  • Wo ein funktionierendes Krisenmanagement praktiziert wurde, verließen indes nur 4 Prozent der Vorstände das Unternehmen, so die Studie. Dieser Wert liegt sogar unter der durchschnittlichen Fluktuation in Vorstandsetagen (Wettbewerbsunternehmen ohne Krisenfall: 8 Prozent).

Norbert Nolte, Leiter der Fachgruppe Krisenmanagement bei Freshfields Bruckhaus Deringer: „Unsere Studie zeigt die typische Reaktion der Märkte auf verschiedene Formen von Unternehmenskrisen. Allen ist gemein, dass schlechtes Krisenmanagement noch mehr Schaden anrichten kann als die Krise selbst.“

Die Ergebnisse der Untersuchung im Einzelnen:

Die entscheidende Weichenstellung für ihr Krisenmanagement treffen Unternehmen in den ersten 48 Stunden einer Krise. Während des ersten Tages einer Krise waren weniger als die Hälfte der insgesamt untersuchten Unternehmen von Kursrutschen betroffen (48 Prozent). Der Wert stieg auf 54 Prozent nach zwei Tagen. Die negativste Börsenstimmung herrscht der Untersuchung zufolge einen Monat nach einem Zwischenfall, wo 60 Prozent der Unternehmen von fallenden Aktienkursen betroffen waren. Ein Jahr nach Beginn der Krise hatten es mehr als die Hälfte der Unternehmen insgesamt noch nicht geschafft, ihren Aktienkurs wieder auf das Vorkrisenniveau zu bringen.

Publik gewordenes Fehlverhalten von Mitarbeitern wie Geldwäsche oder Wettbewerbsverstöße richten zwar kurzfristig den größten Schaden an, diese Krisenfälle schwächen den Aktienkurs des Unternehmens aber nicht nachhaltig. Nur 2 Prozent der hiervon betroffenen Unternehmen gelang es nicht, ihren Aktienkurs wieder auf das Vorkrisenniveau zu bringen.

Operative Krisen aufgrund von Unfällen, Katastrophen, Enteignungen oder Beschlagnahme, schwächen den Aktienkurs langfristig: Hier ist ein Kursverlust von 15 Prozent zu beobachten, wobei es ein Viertel der Unternehmen auch nach einem Jahr noch nicht schafft, den Aktienkurs wieder auf Vorkrisenniveau zu bringen.

Ein Viertel der Krisenfälle, die einen Kursrutsch am ersten Tag auslösten, gingen auf das Konto von strukturellen Krisen wie Zahlungsengpässe. Hiervon schafften es knapp 15 Prozent nicht, innerhalb von sechs Monaten den Aktienkurs wieder auf Vorkrisenniveau zu bringen.

Datenskandale wie der Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen oder der Verlust von Kundendaten schocken der Untersuchung zufolge die Märkte kaum: Betroffene Unternehmen verzeichneten einen Kursrutsch von nicht mehr als 3 Prozent nach Bekanntwerden der Krise. Innerhalb eines Jahres sanken die Aktien bei keinem Unternehmen um mehr als 30 Prozent.

Unvorhergesehene Krisen haben kurzfristig den größten negativen Einfluss auf Aktienkurse. Langfristig negativ wirken sich Krisen aus, die die Grundfesten eines Unternehmens erschüttern. Drei Viertel der Unternehmen, deren Aktienkurse innerhalb eines Jahres um mehr als 70 Prozent fielen, waren von existenzbedrohenden Krisen betroffen.

Link: Fresh­fields

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