12. Dez 2012   Recht

Lenzing will Kelheim weiterhin: Beschwerde gegen Entscheidung des deutschen Bundeskartellamts eingelegt

© Deutsches Bundeskartellamt

Bonn/Lenzing. Österreichs Faserhersteller Lenzing nimmt bei der geplanten Übernahme von Kelheim Hygiene Fibres einen neuen Anlauf: Das deutsche Bundeskartellamt hatte durch den Deal eine weltweit marktdominierende Position bei Ausgangsmaterialien für Tampons befürchtet und die Transaktion untersagt.

Gestern hat Lenzing nach eigenen Angaben nun Beschwerde gegen die Entscheidung des Kartellamts eingelegt. 

Lenzing hatte im Sommer 90 Prozent der Anteile an der deutschen Kelheim Hygiene Fibres übernehmen wollen. Das deutsche Bundeskartellamt schob der Übernahme aber Mitte November einen Riegel vor: Durch die Übernahme würde eine monopolartige Kontrolle über den Markt zur Herstellung von Viskosefasern für die Produktion von Tampons entstehen, so das Argument des deutschen Kartellamts.

90% an einem Mini-Markt?

Der gemeinsame Marktanteil der Unternehmen im Bereich der Viskosefaserherstellung für Tampons betrage mindestens 90 Prozent, so die Behörde. Die Takeover-Partner dagegen betonen, dass es sich um einen Mini-Markt handle, der beispielsweise in ganz Deutschland nur 10 Mio. Euro groß sei.

Als Rechtsberater vor Ort ist für Kelheim und Lenzing laut deutschem Rechtsmagazin „Juve“  die Berliner Kanzlei Jacobsen tätig. In Österreich wurde Lenzing in der Vergangenheit öfter von Binder Grösswang bei M&A-Transaktionen beraten; ob auch in diesem Fall, könne als Marktgerücht nicht kommentiert werden, heißt es.

Link: Deutsches Bundeskartellamt

 

    Weitere Meldungen:

  1. Bain gibt Geldspritze für Ataccama mit Wolf Theiss
  2. Gurkerl-Mutter Rohlik erhält 220 Mio. Euro: Die Berater
  3. Eternit-Hersteller Swisspearl kauft Cembrit mit NKF
  4. Banken: Raisin holt Sparte von August Lenz mit Freshfields