18. Apr 2013   Business

AK ruft nach Steuerkeule bei Manager-Gehältern: „Ab 500.000 Euro für ihre Unternehmen nicht mehr absetzbar“

Rudi Kaske ©Paul Sturm / vida
Rudi Kaske ©Paul Sturm / vida

Wien. Die Arbeiterkammer (AK) hat erneut ihr Gagen-Ranking der Vorstände der größten börsenotierten Unternehmen Österreichs durchgeführt: Dabei werden die im Leitindex ATX gelisteten Unternehmen draufhin abgeklopft, was sie ihren Chefs bezahlen. Ergebnis laut AK ist „ein weiterer Aufwärtstrend. Im Schnitt verdienten die Manager der Top-Börsenfirmen im Vorjahr 1,4 Millionen Euro –um 6,5 Prozent mehr als 2011“.

Damit erhalte ein ATX-Manager das 49-fache eines österreichischen Durchschnittsgehalts. AK-Präsident Rudi Kaske fordert nun in einer Aussendung wörtlich, den „Wildwuchs“ einzudämmen: und zwar konkret dadurch, dass ab 500.000 Euro die Managergehälter für ihre Unternehmen nicht mehr steuerlich absetzbar sein sollen.

Ein Blick in die Geschäftsberichte zeige: Bei den variablen Vergütungen dominieren harte Finanzkennzahlen und die Entwicklung des Aktienkurses das Anreizsystem – nachhaltige Unternehmens-Parameter fehlen meist. „Die AK fordert deshalb entsprechende gesetzliche Schritte, um den Wildwuchs bei den Managergehältern einzudämmen“, wird AK Präsident Rudi Kaske in einer Aussendung zitiert.

Platz 1 halte konkret Wolfgang Leitner, Vorstandsvorsitzender des Anlagenbauers Andritz, mit 5,38 Millionen Euro. Allerdings habe Leitner den ersten Platz nur dem Goodwill von Raiffeisen Bank International-Boss Herbert Stepic zu verdanken: dieser hätte mehr als 5,7 Millionen Euro erhalten (inklusive der fusionsbedingten Umwandlung von Vertragsansprüchen), zahlte aber zwei Millionen Euro an die Bank zurück. Platz drei geht mit 2,9 Millionen Euro an Voestalpine-Vorstandschef Wolfgang Eder.

Jobs statt Gewinne

Im Schnitt verdienten die Manager der Top-Börsenunternehmen im Vorjahr 1,4 Millionen Euro (plus 6,5 Prozent) und damit das 49-fache eines österreichischen Durchschnittsgehalts, so die AK. Im Jahr 2000 sei der Faktor noch beim 20-fachen gelegen.

Keine Auswirkung habe bisher die Novelle zum Aktiengesetz gezeigt, wonach die Gestaltung der Vorstandsbezüge darauf beruhen soll, langfristige Anreize zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung zu setzen. „Bei den Anreizen für die variable Vergütung dominieren Finanzkennzahlen wie EBIT oder Return on Capital Employed oder die Steigerung des Aktienkurses. Diese verleiten aber zu hoher Risikofreude und zu kurzfristiger und kurzsichtiger Unternehmens-Führung, meint die AK. Sie will stattdessen liber Kriterien wie die Schaffung neuer Arbeitsplätze oder Qualifizierungs-Maßnahmen berücksichtigt sehen.

Im gesamten ATX finden sich derzeit allerdings nur zwei Unternehmen (Erste Group und OMV), die erweiterte, nicht-finanzielle Parameter einsetzen.

Die AK fordert nun, dass „Managerbezüge ab 500.000 Euro nicht mehr als Betriebsausgabe von der Bemessungsgrundlage zur Körperschaftsteuer abgesetzt werden können. Exorbitant hohe Vergütungen führen zu einem Steuerausfall bei der Körperschaftsteuer, wodurch dem Staat wichtige Einnahmen entgehen.“

Weiters sollen variable Bezüge (inklusive aktienbasierte Vergütung) auf maximal 50 Prozent des Fixgehalts beschränkt werden. Und die Gestaltung der Vorstandsvergütung sei eine zentrale Aufgabe des Aufsichtsrats und müsse diese auch bleiben. Ein passendes Instrument wäre die dynamische Deckelung: Die maximale Höhe sollte über einen Faktor an die Lohn- und Gehaltsstruktur des jeweiligen Unternehmens gekoppelt sein. Dieser müsse im Geschäftsbericht veröffentlicht werden.

Link: AK

Link: Wiener Börse (ATX)

 

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