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Bildung & Uni, Business

Studenten-Studie: Beratungsunternehmen sind als Arbeitgeber populärer als Banken, BMW steigt rasant

Wien. Jährlich werden vom internationalen Spezialist für Employer Branding Universum weltweit 550.000 Studierende und Young Professionals zu ihren Arbeitgeberpräferenzen befragt. In Österreich nahmen heuer exakt  5.004 Studierende  an der webbasierten Umfrage “Austria Student Survey” teil: ein Einblick in die aktuellen Karrierevorstellungen der angehenden Akademiker und Wahrnehmung und Attraktivität von Arbeitgebern.

Bei den angehenden Wirtschaftswissenschaftlern bleibt Red Bull unangefochten an erster Stelle, ebenso unverändert am zweiten Platz Google. Dann kommen Aufsteiger wie die BWM Group, McKinsey & Company und L´Oréal. Bei den Ingenieurwesen- und IT-Studenten setzt sich Google, wie auch schon im Vorjahr, auf Platz 1 durch. Darauf folgen Audi, Red Bull, die BMW Group und Siemens. Audi und Red Bull haben Siemens und Microsoft vom Stockerl verdrängt. Die BMW Group schaffte es aus dem Stand auf Platz vier. 

Über die Hälfte der Befragten waren Studierende der Wirtschaftswissenschaften, rund ein Viertel aus dem Bereich Ingenieurwesen und IT. „Die Ergebnisse der österreichischen Umfrage zeigen klassische und traditionelle Werte bei den befragten Studenten auf. Viele gängige Klischees werden darin bestätigt“, erklärt Yves Schneuwly, Country Manager Österreich bei Universum, in einer Aussendung.

Unternehmensberatungen beliebter als Banken

Die Attraktivität der heimischen Banken nimmt im Vergleich zum Vorjahr fast durchgängig ab. Bank Austria (-8), Erste Bank (-18) und Bawag (-8) sinken im Wirtschafts-Ranking. Nicht so die Raiffeisen Bank International, sie kann sogar 11 Rankingpositionen zulegen und belegt Platz 7. Zunehmend beliebt hingegen sind bei den Wirtschaftsstudenten die führenden Unternehmensberatungen McKinsey & Company (+1), Boston Consulting Group (+1), Roland Berger Strategy Consultants (+4), Accenture (+1) und Bain & Company (+28). Sie steigen im Vergleich zum Vorjahr allesamt im Ranking.

Bei den Technikstudenten gilt „Back to the roots“

Im Baugewerbe kristallisiert sich bei den befragten Technikstudenten ist ein Aufwärtstrend heraus: Voestalpine (+2), Strabag (+5) und Porr (+19) verbessern sich im Ranking, die Porr schafft zudem den Sprung unter die Top 10. Nicht aus dem Baugewerbe, aber dennoch beliebt: die ÖBB. Sie verpasst die Top 10 nur knapp, macht 16 Plätze gut und liegt auf Platz 11.  Große Technologiekonzerne wie Microsoft, IBM, Sony, Dell oder HP büßen im Vergleich zum Vorjahr an Beliebtheit ein bzw. stagnieren. Einzig der Softwarehersteller SAP gewinnt an Attraktivität und klettert 14 Rankingplätze auf Platz 23.

Work-Life-Balance und Gender-Klischees

Work-Life Balance ist für allen befragten Studierenden wichtigt: Insgesamt 55 % erklären diese zu ihrem obersten Karriereziel. Darunter werden jedoch nicht unbedingt geringe Arbeitszeiten verstanden, sondern vielmehr ein positives Arbeitsklima, Flexibilität und den Ausgleich nach Belastungsspitzen.

Ein Gender-Vergleich manifestiert Klischees: Bei den befragten Frauen zeichnet sich neben dem von ihnen stark präferierten Karriereziel Work-Life-Balance (66 %) ein großer Wunsch nach hoher Jobsicherheit (41 %) ab. Dazu im Vergleich die Männer:  Work-Life-Balance  (55 %), aber schon an 2. Stelle folgt für 44% das Karriereziel Führungsverantwortung. Dieses Karriereziel verfolgen aber lediglich 25 % der befragten Frauen.  „Um mehr Frauen Führungspositionen schmackhaft zu machen, sollten Arbeitgeber intensiver auf Modelle setzen, die die Karrierevorstellungen von Frauen unterstützen“, kommentiert Yves Schneuwly.

Klare Geschlechterunterschiede auch bei der Branchenwahl: Die meist genannte Branchenpräferenz bei den befragten Studentinnen ist „Medien, Werbung & PR“ (34 %), die seltenste „Technik & Hardware“ (2 %). Bei den männlichen Studenten liegen „Management- und Strategieberatung“ (26 %) vor der Automobilindustrie (22%), gefolgt von der Energieindustrie (16 %).

Und nach dem Studium?

Fast die Hälfte der Befragten (44%) möchte nach dem Studienabschluss in einem großen internationalen Unternehmen arbeiten. Und obwohl Österreich ein KMU-Land ist, geht der Trend eher in Richtung mittelgroßes bis großes Unternehmen: 34 %  der jetzt Studierenden möchten bei einem mittelgroßen Unternehmen (100 – 500 Mitarbeiter) einsteigen. Der Start-Up Trend dürfte in Österreich noch nicht angekommen sein – nur magere 3 % der Befragten würden es in Erwägung ziehen, in einem solchen zu arbeiten.

 

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