
Wien. Faule Kredite bleiben ein Problem für Banken. Vor allem österreichische Kreditinstitute mit ausgeprägtem CEE-Geschäft werden ihre Non-Performing Loans (NPL) – ihre notleidenden Kredite – nur schwer los.
Im Jahr 2012 hielten die sechs größten österreichischen Banken mit CEE-Präsenz etwa 30 % (46 Milliarden Euro) vom NPL-Gesamtvolumen in Österreich und CEE in Höhe von 150 Milliarden Euro, so das Ergebnis der aktuellen PwC-Studie „Banking in times of financial distress – Austria & CEE non-performing assets overview 2012”. Der gewichtete Durchschnitt der NPL-Ratios dieser Banken liegt bei ca. 13 % und der Medianwert des NPL Coverage Ratios liegt bei etwa 63 %.
Ende 2013 wird das gesamte NPL-Volumen in Österreich und CEE geschätzte 170 Milliarden Euro erreichen. Das gesamte europäische Volumen von Non-Core Kreditportfolien wird für Ende 2013 auf 2,4 Billionen Euro geschätzt.
In Österreich stabilisierte sich die NPL-Ratio bei ca. 2,7 %. Im Vergleich dazu beträgt die durchschnittliche NPL-Ratio in CEE ca. 10 %, heißt es in einer Aussendung.
Verkauf von NPL-Portfolios
Der Verkauf von NPL-Portfolios bringe Banken laut PwC mehrere Vorteile: Die Banken erreichen ein besseres eigenes Rating und eine deutliche Bilanzentlastung, da die relativ hohe, risikogewichtete Eigenkapitalunterlegung für Problemkredite wegfällt und Eigenkapital für profitablere Neuengagements frei wird.
Außerdem können Personal- und Strukturkosten für die entsprechenden Intensivbetreuungs- und Abwicklungsabteilungen eingespart werden, heißt es.
Starke Unterschiede bei der NPL-Entwicklung in Osteuropa
Die qualitative Entwicklung der Kreditportfolien in CEE zeige ein gespaltenes Bild: Während in Zentraleuropa eine Stabilisierung der Kreditqualität erkennbar ist, verschlechtert sich diese in Südosteuropa kontinuierlich.
In Bezug auf die NPL-Verteilung seien die südosteuropäischen Länder Ungarn, Slowenien und Rumänien „NPL Hot Spots“ der CEE-Region.
Bernhard Engel, Partner bei PwC Österreich, zu der Entwicklung des NPL-Marktes in Österreich und in der CEE-Region: „Obwohl der NPL-Markt im CEE-Raum im Vergleich zum wettbewerbsintensiven westeuropäischen NPL-Markt erst im Aufbau begriffen ist, bietet er Investoren bessere Entwicklungsmöglichkeiten und eine größere Vielfalt.“
Stabilisierung in den kommenden Jahren
Engel geht davon aus, dass die Qualität österreichischer Kreditportfolien in den kommenden Jahren stabil bleibt. Die Entwicklung in der CEE-Region auf diesem Gebiet soll hingegen gespalten bleiben.
Er schätzt die Lage für die kommenden Jahre wie folgt ein: „Bis dato standen nicht besicherte Vermögenswerte im Fokus. Daher wird es in den nächsten Jahren vor allem Zuwachs an Transaktionen mit besicherten Darlehen und Unternehmenskrediten geben.“
Link: PwC