11. Sep 2013   Recht Tipps

Weißer Ring fordert Hilfe bei der anwaltlichen Prozessbegleitung von Einbruchsopfern

Wien. Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat in den letzten Jahren stark zugenommen und damit auch die Betroffenheit der Opfer. Wenn es zu einem Prozess kommt, ist die Belastung besonders hoch. Die Hilfsorganisation Weißer Ring fordert daher neue Hilfsmaßnahmen für Einbruchsopfer: konkret anwaltliche und psychosoziale Begleitung von Einbruchsopfern in Strafprozessen, wie sie als gesetzliche Hilfsmaßnahmen für die Opfer von Gewaltverbrechen schon etabliert seien.

Erforderlich sei vermehrte juristische und psychosoziale Hilfestellung und nicht in erster Linie eine Erhöhung des Strafrahmens für Einbruchsdelikte, sagt Udo Jesionek, Präsident des Weißen Rings.

„Wir setzen uns dafür ein, dass das Hilfsangebot für Opfer von Einbrüchen verstärkt werden soll. Aus unserer Erfahrung in der Opferhilfe – insbesondere mit Opfern von Gewalttaten und Sexualdelikten – sehen wir dringenden Bedarf, Angebote für Einbruchsopfer auszuweiten“, so Jesionek. „In den meisten Fällen bleibt die Angst, die ein Einbruch in die Privatsphäre zurück lässt. Beratung und Betreuung sind Hilfestellungen zur Bewältigung von Traumata.“ Hier müsse angesetzt werden und nicht im Strafrecht, so Jesionek.

Vorbild bestehende gesetzliche Hilfsmaßnahmen

Viele Opfer erleben eine zusätzliche Belastung, wenn es zu einem Strafprozess kommt. „Für traumatisierte Gewaltopfer gibt es notwendigerweise bereits eine Reihe gesetzlicher Hilfsmaßnahmen wie Kostendeckung für psychotherapeutische Betreuung nach dem Verbrechensopfergesetz und die Möglichkeit einer psychosozialen oder juristischen Prozessbegleitung im Strafprozess. Eine entsprechende Regelung für Einbruchsopfer fehlt jedoch“, erklärt Jesionek.

Die Verbindung von juristischer und psychosozialer Unterstützung sei im Sinne einer umfassenden Opferbetreuung wünschenswert.

Der Weiße Ring selbst ist nach eigenen Angaben Österreichs größte Opferhilfeorganisation, mit rund 300 ehrenamtlichen Mitarbeitern und 12 Angestellten; seine Leistungen werden aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Förderbeiträgen finanziert.

Link: Weißer Ring

 

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