04. Dez 2013   Recht

Deutsche Bank reagiert auf EU-Rekordstrafe mit Chatroom-Verbot für Händler

Frankfurt. Die Deutsche Bank hat gemeinsam mit anderen Großbanken wegen Manipulationen des Referenzzinssatzes LIBOR eine Rekord-Kartellstrafe der EU erhalten. Nun werden die Compliance-Regelungen verschärft: Die Devisenspezialisten der Deutschen Bank dürfen ab sofort Chaträume nicht mehr benutzen.

Wie der Konzern am Mittwoch bestätigt hat, „ist im Bereich Fremdwährungen seit dem ersten Quartal die Nutzung von Multi-Party-Chaträumen nicht mehr erlaubt“. Das Verbot hat das Unternehmen eigenen Angaben nach bereits auf den gesamten Bereich des Anleihe- und Devisenhandels ausgeweitet. Auch andere Banken wollen dem Beispiel folgen. Hintergrund sind Gerüchte, dass die EU auf den Devisenmärkten die nächsten verbotenen Preisabsprachen jagt.

Deutschlands größtes Kreditinstitut schränkt die eigenen Mitarbeiter nicht ohne Grund ein, berichtet pressetext: Aufsichtsbehörden und Regulierer hatten zuletzt die elektronische Kommunikation von Händlern ins Visier genommen. So hatten Mitarbeiter großer Banken über die Chats an den Handelsterminals die Manipulation von Referenzzinssätzen abgesprochen. Die Chats dienen eigentlich dazu, um Wertpapier-Geschäfte schneller anzubahnen und abschließen zu können.

Das Vorpreschen der Bank findet Nachahmer. So hat die Investmentbanksparte der UBS ihren Mitarbeitern Ende November in Aussicht gestellt, dass die Nutzung von Multi-Bank-Chaträumen und sozialer Chaträume verboten wird. Auch JP Morgan Chase und die Royal Bank of Scotland planen ein ähnliches Vorgehen.

EU-Kommission verhängt Rekordstrafe

Für einen Paukenschlag hat die EU-Kommission jedenfalls heute mit den Strafen im Libor-Manipulations-Skandal gesorgt. Banken in den USA und Europa müssen nach dem Willen der EU-Kommission 1,71 Mrd. Euro bezahlen. Auf die Deutsche Bank entfallen rund 725 Mio. Euro Strafe. Betroffen sind daneben außerdem die Royal Bank of Scotland (391 Mio. Euro), Citigroup, JP Morgan Chase, RP Martin und Société Générale (446 Mio. Euro). Barclays und UBS entkommen einer Strafe, da sie die Kartellwächter informiert hatten.

Link: pressetext

 

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