08. Jan 2014   Business Steuer Tipps

Deloitte sieht Programm der Regierung kalt-warm: „Steuerbelastung erreicht bis zu 75%“

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Wien. Die Neuauflage der Großen Koalition hat kurz vor Jahresende 2013 ihr Arbeitsprogramm 2013-18 präsentiert. Das Beratungsunternehmen Deloitte hat die steuerlichen Vorhaben darin analysiert und sieht Lobenswertes wie Bedenkliches.

So sei die Durchforstung der immer komplexeren steuerlichen Regelungen erfreulich, heißt es in einer Aussendung der (immerhin u.a. von Beratung zur steuerlichen Optimierung lebenden) Deloitte. Doch durch die geplante Streichung der Abzugsfähigkeit von Super-Spitzengehältern schnelle die Steuerbelastung auf bis zu 75 Prozent hinauf.

Konkret sei die Absicht begrüßenswert, die überbordenden steuerlichen Regeln zu vereinfachen und das Einkommensteuergesetz neu zu kodifizieren. Gleiches gelte für die Harmonisierung der steuerlichen Bemessungsgrundlage mit jener der Sozialversicherung. Bei ausreichender Gegenfinanzierung bzw. budgetären Spielräumen soll der Eingangssteuersatz in Richtung 25% gesenkt und die Progression abgeflacht werten –  dies werde aber wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen, heißt es bei Deloitte wenig hoffnungsvoll.

Getarnte Spitzensteuersätze

Gehälter jenseits von 500.000 Euro sollen zukünftig beim Arbeitgeber nicht mehr abzugsfähig sein. Damit schnelle die Steuerbelastung auf stolze 75 Prozent bzw. – wenn der Arbeitgeber Einkommensteuer zahlen sollte – auf 100% des Bezuges hinauf; Kommunalsteuer u.ä. Abgaben seien hier sogar noch zu addieren, so Deloitte. Fragwürdig erscheine auch die Erhöhung des Sachbezugswertes für PKW (1,5% der Anschaffungskosten) von EUR 600 auf EUR 720 bei gleichzeitiger Beibehaltung der maximal absetzbaren Anschaffungskosten von EUR 40.000.

Ebenfalls Einschnitte gibt es bei der Gruppenbesteuerung. Verluste ausländischer Gruppenmitglieder können nur noch bei Tochtergesellschaften in EU/EWR und bei DBA mit umfassender Amtshilfe angesetzt werden und dies auch nur bis zu 75% des Gewinnes. Die Firmenwertabschreibung für Share-deals soll abgeschafft werden. Immerhin sei die geplante Abschaffung der Gesellschaftsteuer ab 2016 erfreulich.

Link: Deloitte

 

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