29. Jan 2014   Business Recht Steuer

PwC hofft auf mehr Transaktionen im Energiebereich: Erneuerbare und Wachstumsmärkte voran

Wien. Nach einem Jahr mit einer geringeren Anzahl von M&A-Deals im Energiebereich zeichnet sich für 2014 ein positiver Trend ab. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten PwC-Bericht „Global Power and Renewables Deals 2014“ hervor.

Michael Sponring, Leiter des Bereichs Power & Utilities bei PwC Österreich, gibt sich optimistisch: „Einige positive Trends lassen uns für das kommende Jahr insgesamt auf einen Aufschwung im Transaktionsbereich hoffen. Nachdem Transaktionen im Energiesektor im Vorjahr noch von Unsicherheit geprägt waren, erwarten wir mehr Zuversicht für 2014. Vertraglich abgesicherte oder regulierte Renditen erweisen sich für immer mehr Investoren als attraktiv.“

Der Energiesektor war 2013 von technologischen, finanziellen und politischen Störfaktoren geprägt, welche sich auf den Transaktionsbereich auswirkten, heißt es in einer Aussendung. Im Jahresvergleich habe das Transaktionsvolumen im Bereich Energie und Erneuerbare Energie 2013 weltweit um 10 % abgenommen. Nur der Asien-Pazifik-Raum und Erneuerbare Energien zeigten einen gegenläufigen Trend. Bei den Erneuerbaren Energien stieg das Transaktionsvolumen um 25 % an, im Asien-Pazifik-Raum zeigte sich eine Verbesserung um 6 %.

Die Suche nach höheren Renditen

Die Renditebestrebungen der Investoren sind im Energiebereich ein wesentlicher Transaktionsmotor, heißt es weiter. „Investoren sind nach wie vor hungrig nach Renditen. Wir erwarten nicht, dass sich das 2014 ändert. Der Markt ist jedoch stark umkämpft, und es besteht ein Mangel an passenden Vermögenswerten, die vertraglich abgesicherte oder regulierte Renditen aufweisen und auf den Markt kommen. Der Schwerpunkt lag bisher im Bereich Netzwerke und Erneuerbare Energie. Einige internationale Investoren zeigen nun jedoch mehr Risikobereitschaft und interessieren sich auch für thermische Energieerzeugung“, so Sponring.

Der PwC Bericht erwartet für das kommende Jahr eine Rückkehr der ‚Mega-Deals‘ auf den US-Energiemarkt, was für das weltweite M&A-Transaktionsvolumen im Bereich Energie und Erneuerbare Energie einen Aufschwung bedeuten würde. Unternehmen stehen unter Preisdruck und haben viel Zeit und Geld in die Umsetzung abgeschlossener Transaktionen investiert.

In einer solchen Phase seien Akquisitionen ein gangbarer Weg zu Synergien und damit Kosteneinsparungen für mehr Einnahmen und Dividendenwachstum. Dies werde 2014 wahrscheinlich zu einem aktiven US-Transaktionsmarkt im Energiebereich führen, vor allem gepaart mit weiteren Verkäufen von nicht regulierten Vermögenswerten durch Hybrid-Versorger und dem herrschenden Bedarf an regulierten Versorgungsunternehmen zur Erreichung von Kosteneinsparungen. Das nach wie vor ausgeprägte Streben nach hohen Renditen wirke als Transaktionsmotor im Bereich Erneuerbare Energie und führt zu Börsengängen von ‚YieldCos‘ und hohen Zinsen.

Weitere Trends aus dem PwC-Bericht:

  • Zunahme in den Wachstums-Zielmärkten: Die Verschiebung von entwickelten Märkten (v. a. Europa) in Richtung schnell wachsender Märkte werde einen wesentlichen Beitrag zu den M&A-Aktivitäten leisten. Dieser Trend weitet sich auf eine immer größere Anzahl von Ländern aus. Der Bericht nennt vor allem Transaktionen in Afrika südlich der Sahara, Vietnam oder der Mongolei. Darüber hinaus werden Reformen auf dem Energiemarkt in Mexiko 2014 vermehrt Investoren anziehen.
  • Veränderungen im Gasbereich schaffen neue Möglichkeiten: Unsichere Wirtschaftsdaten auf dem Gasmarkt führen zu neuen Chancen im Transaktionsbereich. In den USA gehe man von stärkerem Interesse an verfügbaren gasbetriebenen Vermögenswerten aus. In Europa, wo die Energieerzeugung mit Gas zurückgefahren wurde, gab es isoliert einige Transaktionen. Einige Investoren haben Kraftwerke aufgekauft, obwohl die meisten Eigentümer während der Krise (teilweise mit Hilfe von Refinanzierungen) Transaktionen vermieden haben. Längerfristig könne der Gasbereich durchaus Marktchancen bieten.
  • Aufwärtstrend bei den Transaktionen im Bereich Erneuerbare Energie: Der PwC Bericht erwartet hier eine Fortsetzung des Aufwärtstrends der letzten 12 Monate im Jahr 2014. Die starken Schwankungen im Bereich der Regierungsmaßnahmen in Europa in den letzten Jahren haben im Zuge der Lösung einiger wichtiger Probleme nachgelassen, auch wenn es von Land zu Land nach wie vor Unterschiede gibt.
  • Günstige Bedingungen auf dem Kapitalmarkt für Verkäufer: Die Bedingungen auf dem Kapitalmarkt haben sich im letzten Jahr für Privatplatzierungen und öffentliche Zeichnungsangebote stark verbessert, so PwC. Marktvolatilitäten können nicht ausgeschlossen werden. Die zunehmend positive Stimmung werde sich jedoch auch 2014 weiter fortsetzen und zu mehr privaten wie staatlichen Verkäufen beitragen. In einer Reihe von Ländern (wie z. B. UK, Australien, Neuseeland und Polen) gebe es zahlreiche geplante Veräußerungen von staatlichen Vermögenswerten und somit umfassende zu erwartende Transaktionsaktivitäten im Energiebereich.

Link: PwC

 

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