11. Feb 2014   Business

Coface Länderrisiko-Bewertung: Stabiles, aber langsameres Wachstum in China

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Wien. Laut einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Coface wird die Entwicklung in China 2014 in makro- und mikroökonomischer Hinsicht unterschiedlich verlaufen. Von der Versammlung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei werden etliche Reformen erwartet.

Deren Umsetzung könnte sich nachteilig auf die Realwirtschaft auswirken. Angesichts steigender Kapitalkosten müssen zudem Finanzierungs- und Kreditrisiken im Auge behalten werden, heißt es. 

Die chinesische Wirtschaft wird in diesem Jahr mit 7,2 Prozent weiter stabil, aber etwas langsamer wachsen, heißt es in einer Aussendung. Das könne teilweise auf die höhere Inflation zurückgeführt werden. Dass die Regierung das Wachstumsziel niedriger angesetzt hat, zeig, dass sie Reformen beschleunigen will. Ausfuhren und Investitionen sollen sich angesichts der globalen konjunkturellen Erholung positiv entwickeln.

Die zunehmende Verstädterung und die Verbesserung des Schuldenmanagements durch die lokalen Behörden waren zentrale Themen bei der jüngsten „Central Economic Work Conference“. Es ist davon auszugehen, dass die Regierung Anreize für private Investitionen in die Infrastruktur schaffen will. Dazu sollen Städtenetzwerke im mittleren Westen und Nordosten gebildet werden. Da die Regierung bereits bekräftigt hat, die Geldpolitik stabil zu halten, könne davon ausgegangen werden, dass der private Sektor Projekte finanzieren wird.

Die steigenden Kapitalkosten werden zum zentralen Thema für 2014. Mit der Freigabe der Zinssätze könnte sich die Kreditpolitik der Banken stärker am Markt ausrichten. Die Verknappung im Interbankenmarkt könne zu steigenden Kreditzinsen führen. Auch die Liquidität könnte knapper werden, da viele Unternehmensanleihen und lokale Staatsschulden 2014 fällig werden. Die durchschnittlichen Kreditzinsen steigen seit 2013 wieder leicht. Dieser Trend könnte 2014 anhalten. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die traditionell noch nicht häufig Bankkredite erhalten haben, könnten darunter leiden.

Stahl und Kohle: Regierung will Überkapazitäten abbauen

Die Regierung ergreift Maßnahmen, um die Überkapazitäten zu begrenzen. Dabei bekommen besonders kleinere und weniger produktive Unternehmen die steigenden Preise und politischen Veränderungen zu spüren.

Die Auslastungsquote in der Stahlindustrie blieb 2013 gering. Gleichzeitig verharrte die Verschuldungsquote der großen und mittleren Stahlwerke auf hohem Niveau. Sie arbeiten mit größerem Fremdkapitalanteil. Bei gleichbleibenden Gewinnmargen und Problemen, Cashflow zu generieren, sieht Coface bei diesen Unternehmen ein höheres Risiko für Forderungsausfälle und Insolvenzen.

Kohle: Das mit der Nachfrage verbundene Risiko sinkt, vor allem seit der Drosselung der Produktion und der Einführung neuer Umweltstandards in mehreren Branchen. Mit den großen Lagerbeständen, sowohl lokal als auch international, und vergleichsweise schwacher Nachfrage aus der Stahl- und Zementindustrie werde der Wachstumsimpuls von Ende 2013 nicht anhalten. Die Preise für Kohle dürften 2014 und darüber hinaus relativ niedrig bleiben.

Geringes bis mittleres Risiko bei Automobil, Einzelhandel und Elektronik

Die aktuellen Maßnahmen zur Begrenzung der Anzahl von Automobilen in mehreren wichtigen Städten Chinas könnten die staatliche Förderung umweltfreundlicherer Autos neutralisieren. Eine Stärkung der chinesisch-japanischen Beziehung könnte den Absatz japanischer Hersteller negativ treffen.

Der Einzelhandel steht in Bezug auf Ausfallrisiken weiter gut da, der Ausblick werde jedoch durch mehrere Faktoren getrübt: Dazu zählen langsamer steigende Einkommen und Investitionen, Einfuhrzölle und die Mehrwertsteuer sowie die Aufwertung des Renminbi, die Verbraucher veranlasst, ihren Konsum im Ausland auszuweiten. Zudem sollen die Anstrengungen der Regierung in der Korruptionsbekämpfung die Nachfrage nach Luxusgütern beeinträchtigen.

Elektronik und IT: Während die Inlandsnachfrage recht stabil blieb, musste die Branche 2013 vor allem beim Absatz in Europa und den USA konjunkturbedingte Einbußen hinnehmen. Die Nachfrage nach größeren Haushaltsgeräten dürfte angesichts der konjunkturellen Erholung in diesen Ländern aber wieder anziehen.

Link: Coface

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