03. Mrz 2014   Business

Versicherer orten Erholung bei den Prämien: Zwei Prozent Plus 2013, immerhin 1,9 Prozent heuer

Günter Geyer, Louis Norman-Audenhove ©Peter Hautzinger / APA-Fotoservice / VVO
Günter Geyer, Louis Norman-Audenhove
©Peter Hautzinger / APA-Fotoservice / VVO

Wien. Österreichs Versicherungsunternehmen sind in ihrem Branchenverband VVO vereint: Nun hat der VVO unter seinem amtierenden Präsidenten Günter Geyer (Vienna Insurance Group) neben einer Rückschau auf das Jahr 2013 eine erste Prognose für 2014 erstellt. Die Zahlen sind nicht übel: im Vorjahr dürfte es für ein Plus von rund zwei Prozent bei den Prämien gereicht haben, das Jahr 2014 soll fast ebenso gut ausfallen. Erstmals seit Jahren dürfte auch die wichtige Sparte der Lebensversicherung wieder wachsen.

Damit kann das trübe Jahr 2012, als die Prämien am österreichischen Versicherungsmarkt insgesamt um 0,9 Prozent sanken, ad acta gelegt werden.

„Erste Berechnungen zeigen für das Geschäftsjahr 2013 in der Lebensversicherungssparte einen leichten Rückgang der Prämien, in der Krankenversicherung und in der Schaden-Unfallversicherung wird ein Plus verzeichnet“, so VVO-Generalsekretär Louis Norman-Audenhove.

Insgesamt vermerkt die österreichische Versicherungswirtschaft laut einer Aussendung im vergangenen Jahr einen Anstieg der Prämieneinnahmen um 2,0 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro. Die gesamten Versicherungsleistungen des Jahres 2013 beliefen sich dagegen auf 12,9 Milliarden Euro – das ist ein Plus von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nach vorläufigen, ersten Prognosen werde das Gesamtprämienaufkommen 2014 um etwa 1,9 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro ansteigen.

Lebensversicherung vorläufig noch trüb

Mit einem Minus von 0,3 Prozent beläuft sich das Prämienvolumen der Lebensversicherung 2013 auf rund 6,5 Milliarden Euro, so der VVO. Die laufenden Prämien sanken mit einem Aufkommen von 5,4 Milliarden Euro um 0,1 Prozent.

Die Sparte war nicht zuletzt wegen steuerlicher Änderungen beim wichtigen Einmalerlagsgeschäft 2011 und Kritik an der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge (PZV) lange unter Druck.

Während die PZV bereits im Vorjahr refomiert wurde, hat der Gesetzgeber mit dem Abgabenänderungsgesetz 2014 nun auch die steuerliche Lage der Einmalerläge verbessert: Ab dem 1. März 2014 wurden die steuerlichen Mindestbindefristen für Lebensversicherungen mit Einmalerlag für Über-50-jährige von bisher 15 auf nunmehr zehn Jahre gesenkt. „Damit wurde eine von der Versicherungswirtschaft in den letzten Jahren immer wieder geforderte Neuregelung endlich umgesetzt“, sagt etwa Josef Stockinger, Generaldirektor der Oberösterreichischen Versicherung. Die 2011 erfolgte Anhebung der Mindestbindefristen für Einmalerläge auf generell 15 Jahre habe seinerzeit einen „massiven Einbruch zur Folge gehabt“.

Nun schöpft die Lebenssparte wieder Optimismus. Bei der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge bestehen mittlerweile bei den heimischen Versicherungsunternehmen rund 1,5 Millionen Verträge, das Prämienvolumen daraus beläuft sich auf rund 1,0 Milliarden Euro. Die Einmalerläge verzeichneten 2013 mit einem Prämienvolumen von 1,1 Milliarden Euro ein Minus von 1,0 Prozent. Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 6,3 Milliarden Euro, das entspricht einem Minus von 0,3 Prozent, an die Kundinnen und Kunden der Lebensversicherung ausgezahlt.

Im Jahr 2014 dürfte die Lebensversicherung nach ersten Prognosen Prämieneinnahmen von 6,6 Milliarden Euro (+ 1,5 Prozent) verzeichnen.

Stabil wachsende Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung versteht sich in Österreich als komplementärer Partner der gesetzlichen Krankenversicherung, so der VVO. Über die Sonderklassehonorare trage sie wesentlich zum Erhalt der medizinischen Versorgung für alle Österreicher bei. Für 2013 weist die private Krankenversicherung ein voraussichtliches Plus von 3,8 Prozent mit einem Gesamtprämienvolumen von 1,8 Milliarden Euro auf. Die Leistungen nahmen gleichzeitig um 3,6 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu.

Eine erste Prognose weise nun für die Krankenversicherung 2014 ein Wachstum von rund 2,9 Prozent auf Gesamtprämien von 1,9 Milliarden Euro aus.

Gute Schaden-Unfallversicherung

Das Prämienvolumen der Schaden-Unfallversicherung (inklusive Kfz-Haftpflichtversicherung) wuchs 2013 auf 8,3 Milliarden Euro an und zeigt somit eine Steigerung von 3,4 Prozent. Die Leistungen in der Schaden-/Unfallversicherung verharren mit 5,4 Milliarden Euro auch im Jahr 2013 auf hohem Niveau, so der VVO. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Leistungen in der Schaden-Unfallversicherung damit nochmals um 1,3 Prozent gestiegen.

Für 2014 werde ein Prämienwachstum der Schaden-Unfallversicherung um ca. 2,1 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro prognostiziert.

Link: VVO

 

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