05. Mrz 2014   Business

Pharmabranche Europas hat bessere Jahre vor sich, meint Fidelity: Zeit der Patent-Dürre vorbei

Carsten Roemheld ©Fidelity
Carsten Roemheld ©Fidelity

Luxemburg/Wien. Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei der internationalen Fondsgesellschaft Fidelity Worldwide Investment, lobt in einer aktuellen Analyse die europäische Pharmabranche: Während die letzten fünf Jahre von flauen Erträgen geprägt waren, steht die Branche seiner Meinung nach vor einer neuen Wachstumsphase. So seien zahlreiche neue Produkte gegen Wohlstandskrankheiten in der Pipeline; auch sind die Europäer in vielen Bereichen Weltmarktführer.

Dabei setzt die Branche vor allem auf die Onkologie: Die Hälfte der Produkte, die vor der Zulassung stehen – und deren Patentschutz im Gegensatz zu den alten Klassikern noch auf etliche Jahre hinaus gegeben sein wird – betreffen Krebserkrankungen. Der Markt dafür soll bis zum Jahr 2017 auf 100 Milliarden US-Dollar (72,6 Mrd. Euro) anwachsen.

„In den vergangenen fünf Jahren war das Gewinnwachstum der Pharmaunternehmen das erste Mal seit 30 Jahren ins Stocken geraten. Das ändert sich nun wieder: Wegen der Aussicht auf eine Neubewertung und einem Gewinnwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich verspricht der Sektor bis 2017 jährliche Renditen im niedrigen zweistelligen Bereich“, glaubt zumindest Roemheld.

Europäische Pharmaunternehmen hätten mittelfristig das Potenzial, sich besser zu entwickeln als der breite Markt: Die Branche trete in eine neue Wachstumsphase. Nachdem zahlreiche Patente umsatzstarker Medikamente ausgelaufen sind – als „Patentklippe“ bekannt – zeigen einige Firmen nun Zeichen inneren Wachstums, meint der Fidelity-Experte.

Die Bereiche

Europäische Konzerne seien Weltmarktführer in den Bereichen Onkologie, Diabetes und Atemwegserkrankungen, also Bereichen, in denen die Krankheitsfälle deutlich zunehmen.

  • Der Hauptfokus liege dabei auf der Behandlung von Krebs. Etwa die Hälfte der entwickelten Produkte, die kurz vor der Zulassung stehen, betreffe die Onkologie. Die Umsätze in diesem Bereich würden voraussichtlich von rund 80 Milliarden US-Dollar im Jahr 2012 auf über 100 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 steigen. Europäische Konzerne, allen voran Novartis, Roche und AstraZeneca, dominieren hier das Geschäft.
  • Im Kampf gegen Atemwegserkrankungen seien AstraZeneca und GlaxoSmithKline führend. Sie dürften zusammen für gut die Hälfte der für 2017 geschätzten Umsätze in diesem Bereich verantwortlich sein, heißt es weiter. Dies beinhalte auch Medikamente gegen die sogenannte chronisch-obstruktive Emphysembronchitis (COPD), eine der am stärksten sich ausbreitenden Krankheiten in den Industrienationen.
  • Novo Nordisk und Sanofi wieder sind im Bereich Diabetes besonders gut aufgestellt. Speziell in den Industriestaaten, wo die Zahl der an Diabetes Erkrankten durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel stark ansteigt, werde immer mehr Insulin benötigt. Das Potenzial sei enorm: Die Anzahl der weltweiten Diabetes-Erkrankungen wird aktuell auf rund 370 Millionen geschätzt.

Link: Fidelity

 

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