11. Mrz 2014   Recht

Entlassener Burgtheater-Chef Hartmann wehrt sich mit Hilfe von Kunz Schima Wallentin

Wien. Burgtheater-Chef Matthias Hartmann will die heute ausgesprochene Entlassung durch die Theaterholding bzw. seine Abberufung als Burgtheaterchef durch Kunstminister Josef Ostermayer nicht akzeptieren: Er habe unmittelbar nach dem Gespräch mit dem Minister die Rechtsanwaltskanzlei Kunz Schima Wallentin beauftragt, Klage gegen die Entlassung einzubringen.

Anwalt Georg Schima nennt die Entlassung in einer Aussendung „vorschnell“ und sieht die Gerichte am Zug.

Einerseits sei der Sachverhalt nicht einmal ansatzweise aufgearbeitet, andererseits komme es für die Berechtigung der Entlassung ausschließlich auf den Kenntnisstand des Alleineigentümervertreters an; dieser entsprach mindestens dem von Hartmann, glaubt dessen Rechtsbeistand. Das müsse jetzt vor Gericht geklärt werden.

„Ich wurde im Stich gelassen“

„Man möchte meinen, dass sich der künstlerische Geschäftsführer auf die kaufmännische Direktion, die Kontrollfunktion der Holding und die Wirtschaftsprüfer verlassen könnte. Da wurde ich offensichtlich völlig im Stich gelassen und muss dafür jetzt büßen. Nun verlangt man, dass ich mehr weiß als die Controller und die Kaufleute. Das ist für jeden deutschsprachigen Theaterbetrieb absurd“, so Hartmann in einer Aussendung.

Der Burgtheater-Chef hatte bereits vor seiner Abberufung sein Amt vorübergehend zur Verfügung gestellt, um „den Weg für die Versachlichung der Diskussion“ zu ermöglichen, wie es damals hieß. Für „Buchhaltungsvorgänge aus der Ära meiner ehemaligen Co-Geschäftsführerin“ wolle er nicht verantwortlich gemacht werden.

Der Aufsichtsrat des Theaters hatte in einem am 27. Februar vorgelegten Bericht den Verdacht auf Urkunden- und Bilanzfälschung sowie Untreue geäußert. Es gilt die Unschuldsvermutung. Minister Ostermayer ortet jahrelange Mängel in Rechnungswesen und Kontrollsystem und stellte sich heute öffentlich auf den Standpunkt, dass Hartmann auch dann als Geschäftsführer Mitverantwortung trage, wenn er von den Vorgängen nichts gewusst habe.

In dem monatelangen Finanz-Drama an Österreichs prominentestem Theater ist die Abberufung Hartmanns ein weiterer vorläufiger Höhepunkt. Doch der Vorhang zum letzten Akt dürfte sich noch lange nicht gehoben haben.

Link: Burgtheater

 

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