26. Mrz 2014   Business

Die Wetteraussichten für die Konjunktur: Chancen auf Sonne ab Ende 2015 besser

Adrian Brass ©Fidelity
Adrian Brass ©Fidelity

Wien/Washington.  Heuer und 2015 steht Österreich ein „leichter konjunktureller Aufschwung“ ins Haus, doch wird es einer ohne neue Jobs sein, so eine Prognose des Forschungsinstituts Synthesis für das Arbeitsmarktservice (AMS). Inklusive Schulungsteilnehmer gibt es heuer fast 400.000 Arbeitslose in Österreich, die Arbeitslosigkeit steigt auf 8,1 Prozent – vor allem wegen Einsparrunden im Banken- und Logistikbereich, heißt es. Entsprechend gedrückt dürfte auch die Einkaufsfreude der Konsumenten in Österreich sein.

International ist die Wetterlage ebenfalls bedeckt: Die neue Federal Reserve-Chefin Janet Yellen lässt entgegen erster Erwartungen keineswegs die Gelddruckmaschine ihres Vorgängers Ben Bernanke weiterlaufen – die US-Zentralbank wird mittels >Tapering< den Geldhahn schrittweise schließen und auch die Leitzinsen früher oder später erhöhen. Eigentlich ein gutes Zeichen, meint Adrian Brass, Portfoliomanager des Fidelity America Fund, denn es zeige die Erholung der Wirtschaft nach der Finanzkrise. Freilich bedeutet das auch, dass der Patient nun selber gehen muss.

„Für mich ist und bleibt trotz kurzfristigem Gegenwind die langfristig positive Entwicklung der US-Wirtschaft intakt“, so Brass in einer Aussendung. Der Schlüsseltreiber der US-Konjunktur sei der Immobilienmarkt. Vor der Finanzkrise wurden rund zwei Millionen Häuser jährlich neu gebaut. Dann brach der Markt auf eine halbe Million Häuser pro Jahr ein. „Inzwischen sind wir wieder bei etwa einer Million Neubauten, aber das ist noch deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 1,5 Millionen. Bewegt sich der Markt in diese Richtung, wird dies über höhere Beschäftigung und wachsenden Wohlstand positive Effekte auf den Konsum und die US-Wirtschaft haben.“ Daran ändere auch das Tapering der US-Notenbank nichts, im Gegenteil: Die Fed gebe damit ein klares Statement ab, dass die US-Wirtschaft ihrer Ansicht nach inzwischen robust genug ist, um steigende Zinsen und Renditen zu verkraften.

Auch in China, der Konjunkturlokomotive früherer Jahre, wirkt die gesunkene Industrienachfrage derzeit übrigens als Dämpfer auf die Prognosen. Doch auch hier soll sich die Konjunktur – in für China bescheidenen Größenordnungen – grundsätzlich positiv weiter entwickeln, so Analysten.

Link: Synthesis

Link: Fidelity

 

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