08. Jul 2014   Business Veranstaltung

Senat der Wirtschaft und Agenda Austria luden zur Podiumsdiskussion: „Banken im Würgegriff des Staates?“

Erhard Busek, Franz Schellhorn, Barbara Gimeno, Willibald Cernko ©Senat der Wirtschaft/F. Morgenbesser
Busek, Schellhorn, Gimeno, Cernko ©Senat der Wirtschaft/F. Morgenbesser

Wien. Sechs Jahre nach Ausbruch der globalen Krise wünschen sich manche Kritiker noch strengere Regeln für die Finanzmärkte, während Vertreter der Banken über zu harsche Regulierungen und Unternehmer über eine Kreditklemme klagen.

Unter der Leitung von Franz Schellhorn, Direktor der Agenda Austria, diskutierten Willibald Cernko (UniCredit Bank Austria), Barbara Gimeno (GAT Microencapsulation), Ex-Vizekanzler Erhard Busek und Hans Harrer (Senat der Wirtschaft) sowie Josef Urschitz (Tageszeitung Die Presse) über das umstrittene Thema. 120 geladene Gäste aus Wirtschaft, Finanzwelt und Politik folgten der Einladung in den Reitersaal der Österreichischen Kontrollbank (OeKB).

Willibald Cernko eröffnete das Podium mit einem „Ja, wir sind im Schwitzkasten.“ Doch, so stellte er weiter klar, machen die Spielregeln Sinn: „Wir haben die moralische Verpflichtung zur Sanierung“, wird er in einer Aussendung zitiert.

Josef Urschitz bezeichnete die momentane Situation als „aus dem Lot geraten“: „Die Frage ist weniger, ob die Regulierung zu viel, sondern ob sie sinnvoll ist.“

„Banken haben sehr riskante Geschäfte mit sehr hohen Gewinnen gemacht. Als es dann eng wurde, hat der Staat die Rettung übernommen. Bei Unternehmen würde das nicht so einfach passieren“, meinte GAT Microencapsulation-Chefin Barbara Gimeno.

Hans Harrer, Vorstand des Senats der Wirtschaft sprach von einer „Zweiklassengesellschaft“: „Die Leidtragenden dieser überbordenden Reglementierungen und Auflagen sind die kleinen und mittleren Unternehmen.“

„Vertrauen in Banken hat gelitten“

Auch das Thema Hypo wurde diskutiert. Hier plädierte Willibald Cernko: „Auch Banken müssen scheitern dürfen.“ Für Urschitz war im Fall Hypo „der Wille zur Regulierung nicht gegeben“.

In einem Punkt waren sich die Podiumsteilnehmer einig: Das Vertrauen in die Banken habe stark gelitten. „Es führt kein Weg an der Konzentration auf das Kerngeschäft vorbei, auch wenn es noch Jahre dauern wird“, so Cernko.

Erhard Busek griff diesen Gedanken auf und appellierte an Politik und Öffentlichkeit, den Banken wieder mehr Vertrauen zu schenken: „Wir dürfen nicht vergessen, die Banken haben Österreich einen Wirtschaftsraum erschlossen und so Wohlstand ermöglicht.“

Link: Senat der Wirtschaft

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