16. Jul 2014   Business

Asien und Pazifik nehmen sich beim Bezahlen zusammen, Chinas Wachstum macht Sorge

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Paris/Wien. Die Zahlungsverzüge in der Region Asien-Pazifik haben sich stabilisiert – allerdings mit Ausnahme von China und Australien.

Auch das verlangsamte Wachstum in China macht erneut Sorgen, meldet Kreditversicherer Coface: es werde heuer die gesamte Region belasten.

Insgesamt gaben 68 % der von Coface in Sachen Asien-Pazifik-Region befragten Unternehmen an, dass sie 2013 Zahlungsverzüge verzeichnet haben (2012: 67 %). Bei 14 % davon betrugen die Verzögerungen sogar mehr als 90 Tage (2012: 13 %). Nach Erfahrung von Coface weisen Unternehmen, deren langfristige Außenstände (mindestens 180 Tage) mehr als 2 % des Umsatzes entsprechen, ein hohes Liquiditätsrisiko auf. 2013 betraf dies 30 % der Unternehmen. Das sei ein Rückgang von 7 % verglichen mit dem Vorjahr und deutet auf ein stabileres Zahlungsverhalten in Asien hin, heißt es in einer Aussendung.

Die Ausreißer

Australien und China bilden jedoch die Ausnahmen: Mit 85 % berichteten in Australien mehr Unternehmen von Überfälligkeiten als noch 2012. Die Zahlungsverzüge dauerten auch länger: 8 % der Unternehmen warteten 120 Tage und mehr auf die Bezahlung ihrer Forderungen.

In China verzeichneten im Vorjahr 82 % der befragten Unternehmen Zahlungsverzüge. Das verschlechterte Zahlungsverhalten, besonders im Elektroniksektor, bleibe eine Hauptsorge und werde die Stimmung in der Wirtschaft wohl auch weiter beeinträchtigen.

China belastet Region

Von außen betrachtet zeige sich das Wachstum Asiens auch nach der Krise stark. Coface erwartet für 2014 ein Plus von 6,1 %. Im letzten Jahrzehnt profitierte die Region vor allem vom starken Aufschwung der beiden größten Schwellenmärkte China und Indien. Die aktuellen Wachstumserwartungen für diese beiden Volkswirtschaften liegen jedoch deutlich hinter der bisherigen Entwicklung. China verzeichnete von 2000 bis 2011 im Durchschnitt einen jährlichen Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 10,6 % und Indien von 7,8 %.

Die exportorientierten Volkswirtschaften Asiens – wie Hongkong, Taiwan und Singapur – werden vom Aufschwung in den Industrieländern, vor allem in USA und in Europa, profitieren: 2014 soll es ein Wachstum von 1,9 % geben (2013: 1,2 %). Allerdings werde sich das verlangsamte Wachstum in China (erwartet werden 7,2 % in diesem Jahr) negativ auf die meisten asiatischen Länder auswirken.

Link: Coface

 

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