28. Jul 2014   Business

Konzerne emittieren Anleihen in China-Währung Renminbi: Fidelity sieht Chancen

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London. Der Markt für Offshore-Renminbi-Anleihen wächst weiter, heißt es beim Fondsanbieter Fidelity: Offshore-Renminbi-Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die außerhalb des chinesischen Festlandes in der chinesischen Währung begeben werden – und zwar u.a. von westlichen Emittenten wie McDonald´s, Volvo oder der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Noch Anfang 2011 war dieser Markt kaum existent, heute sei er auf fast 700 Milliarden Renminbi, umgerechnet 84 Milliarden Euro, angewachsen. Dabei wurden allein 2014 bislang Bonds mit einem Volumen von 39 Milliarden Euro emittiert. Bryan Collins, Manager des Fidelity China RMB Bond Fund, sieht eine geringe Korrelation mit anderen Anleiheklassen und damit Eignung für die Portfolio-Diversifikation. Von Kursverlusten ist allerdings auch die China-Auslandswährung nicht gefeit, das habe die jüngste Entwicklung gezeigt.

Insgesamt umfasse das Universum der Offshore-Renminbi-Anleihen nun mehr als 330 verschiedene Titel von 200 Emittenten aus allen wichtigen Branchen. Rund ein Drittel der Emittenten kommen dabei von außerhalb Chinas.

Mehr Tempo im Ausland

Ausschlaggebend für diese Entwicklung sei die allmähliche Öffnung des chinesischen Kapitalmarktes und das erklärte Ziel der Regierung in Peking, die Landeswährung zu liberalisieren und den Wechselkurs stärker den Marktkräften zu überlassen, so Fidelity.

So sorge die Zunahme der Cash-Einlagen in Renminbi außerhalb des chinesischen Festlandes für Liquidität in der Währung. Allein in Hongkong sind die Renminbi-Einlagen im ersten Quartal 2014 demnach um zehn Prozent auf 113 Milliarden Euro angewachsen. Und mit einem Volumen von immerhin mehr als 1,4 Prozent sei der Renminbi die am siebthäufigsten genutzte Währung im globalen Zahlungsverkehr.

Spannend trotz Abwertung?

In diesem Umfeld halte das Interesse an Offshore-Renminbi Bonds trotz der jüngsten Währungsturbulenzen weiter an, heißt es bei Fidelity: Entgegen dem seit 2005 anhaltenden Aufwärtstrend wertete der Renminbi – in erster Linie aufgrund der Intervention der chinesischen Zentralbank – im ersten Quartal um 2,7 Prozent gegenüber dem US-Dollar ab. Damit sei klar dass die Renminbi-Aufwertung keine Einbahnstraße ist, doch ortet Fidelity weiterhin Anlageinteresse.

So bieten Titel aus dem Investment-Grade-Bereich laut Aussendung mit Qualität, gestiegener Liquidität, kurzen Laufzeiten und attraktiver Effektivverzinsung eine Alternative im globalen Anleihenmarkt. Dies gelte umso mehr in einem Umfeld, in dem die US-Notenbank ihre quantitativen Maßnahmen zurückfährt, während Chinas Notenbank eine eher expansive Geldpolitik fährt.

So würden Offshore-Renminbi-Anleihen nur wenig von der Entwicklung der US-Staatsanleihen beeinflusst und korrelierten kaum mit dem asiatischen Anlageuniversum. In den vergangenen zehn Jahren wiesen Offshore-Renminbi-Anleihen aus dem Investment-Grade-Bereich Kursschwankungen von rund 2,6 Prozent auf, während asiatische Investment-Grade-Rentenpapiere um fast 6 Prozent schwankten, heißt es.

Link: Fidelity

 

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