23. Sep 2014   Business Recht

Abwärtstrend bei Insolvenzen ist zu Ende, so KSV1870: Anstieg der Fälle, wenn auch nicht der Schäden

Hans-Georg Kantner ©Petra Spiola
Hans-Georg Kantner ©Petra Spiola

Wien. Der Abwärtstrend bei den Insolvenzen ist zu Ende, so der KSV1870: 4.126 Insolvenzen in den ersten neun Monaten 2014 (Hochrechnung) entsprechen einem Zuwachs von 2 %. Bei den 2.459 eröffneten Insolvenzen betrage die Steigerung sogar 3 %.

Die Fälle sind jedoch kleiner, daher liegen die Passiva um nicht weniger als 31 % unter den Vorjahreszahlen. Auch die Anzahl der betroffenen Dienstnehmer (16.600) ist um 38 % gesunken.

KSV-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner: „Man erkennt sehr deutlich, dass die eingetrübte Wirtschaftslage mittlerweile auch die Unternehmen erreicht hat, dass aber die Fälle deutlich kleiner sind, als in der jüngeren Vergangenheit.“

Im Bundesländervergleich weise Vorarlberg mit einem Plus von 17 % an Insolvenzen den größten Zuwachs auf, gefolgt von der Steiermark mit knapp 9 % und Wien mit unter 7 %. Diese drei Bundesländer sind stark auf Export ausgerichtet (z. B. die Steiermark mit Maschinen und Metall) und sie könnten mit ihren Ergebnissen Vorbote für andere Bundesländer sein, heißt es.

Gerichtspraxis in Salzburg geändert

In Kärnten gab es dagegen bei den Insolvenzen ein Minus von über 8 % und in Salzburg eines von 7%. Kantner relativiert dieses Ergebnis jedoch ein wenig: „Salzburg ist ein bisschen ein Sonderfall, da dort im Jahr 2012 eine deutliche Änderung der Gerichtspraxis stattfand, was zu wesentlich mehr Eröffnungen führte. Diese Praxis scheint jetzt zurückzupendeln, sodass wieder an die Zeit vor 2012 angeknüpft werden dürfte.“

Bei den Branchen zeigt sich das gewohnte Bild: Gastgewerbe und unternehmensbezogene Dienstleistungen weisen besonders viele Unternehmen auf und liegen daher auch bei den Pleiten regelmäßig unter den ersten drei Plätzen. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der aktiven Unternehmen seien die Insolvenzen in diesen beiden Branchen aber nicht auffällig, das Gastgewerbe liege relativ betrachtet sogar im unteren Drittel aller Branchen.

Die Bauwirtschaft hingegen ist geprägt von vielen Unternehmen, aber verzeichnet zugleich auch ein überdurchschnittliches Insolvenzaufkommen. Daher nimmt auch diesmal die Bauwirtschaft Platz eins nach Zahl der Fälle und Platz zwei nach Höhe der Verbindlichkeiten ein, so der KSV1870.

Link: KSV1870

 

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