15. Okt 2014   Bildung & Uni Personalia Recht

Karriere-Chancen für Juristen 2014: Wirtschaftskanzlei KWR als Arbeitgeber

Thomas Frad ©KWR
Thomas Frad ©KWR

Wien. Unsere Serie >Kar­riere-Chancen für JuristInnen 2014< beleuch­tet Arbeits­markt­, Aus­wahl­kri­te­rien und Karriere-Chancen für Rechts­an­wäl­tin­nen und Rechts­an­wälte bzw. (angehende) Juristen und Juristinnen.

Heute beschreibt Thomas Frad, Managing Partner der Wirtschaftskanzlei Karasek Wietrzyk Rechtsanwälte (KWR), die Auswahlmethoden und die Chancen auf einen Job bei jener Sozietät, aus deren Reihen immerhin der amtierende Justizminister stammt. 

Wie geht es derzeit am Arbeitsmarkt? Wie sind die Chancen für Juristen bei den Wirtschaftskanzleien, und welche Spezialisierungen, welche neuen Kolleginnen und Kollegen sucht KWR konkret?

Thomas Frad: Der Arbeitsmarkt für Konzipienten ist grundsätzlich kleiner geworden als vor fünf Jahren, zu Beginn der Wirtschaftskrise, und zwar vor allem durch Nicht-Nachbesetzungen. Die goldenen Zeiten am Anwaltsmarkt sind vorbei, in Wien wie anderswo. Die Stundensätze sind unter Druck. Ähnlich war es aber schon in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre, als ich angefangen habe. Man könnte es also auch so sehen, dass seit der Finanzkrise am Anwaltsmarkt eine gewisse Beruhigung eingetreten ist.

Bei KWR besteht immer wieder Bedarf in den klassischen Tätigkeiten der Wirtschaftsanwälte. Wen und wie suchen wir? Für uns gibt es dabei grundsätzlich zwei Schienen. Die eine ist unser Summer Associate Program, das wir jeden Sommer veranstalten.

Dabei nehmen wir immer vier Summer Associates auf, und von diesen werden dann später, das haben die letzten Jahre gezeigt, immer ein bis zwei dauerhaft in die Kanzlei aufgenommen. Das haben wir auch heuer getan und werden es auch im nächsten Jahr so handhaben. Die Bewerbungsfrist für 2015 hat jetzt begonnen. Der Auswahlprozess erfolgt dabei durch die jüngeren Partner bei KWR, das haben wir seinerzeit so festgelegt.

Und die zweite Rekrutierungsschiene?

Frad: Die zweite Rekrutierungsschiene sind die Universitätsassistenten. Viele unserer Mitarbeiter unterrichten an der Uni. Assistenten haben meist befristete Verträge; die Tätigkeit in einer Kanzlei kann da sehr attraktiv sein. Und bei uns haben sie den zusätzlichen Vorteil, dass sie auch weiterhin eine wissenschaftliche Karriere betreiben können.

Wie groß ist KWR jetzt?

Frad: Derzeit sind wir 32 Juristen, davon 17 Rechtsanwälte, und insgesamt 57 Mitarbeiter.

Viele Juristen bewerben sich derzeit um Jobs als juristische Mitarbeiter, also sozusagen eine Stufe unter Konzipient. Warum ist das so?

Frad: Wir sehen diesen Trend. In Graz war es zu meiner Zeit als Konzipient so: Um überhaupt eine Stelle als Konzipient zu bekommen, musste man davor juristischer Mitarbeiter gewesen sein. Das scheint jetzt auch in Wien und woanders zunehmend so zu sein. Viele junge Kollegen machen es allerdings auch neben dem Doktoratsstudium.

Bringt ein Doktoratsstudium später dann Vorteile?

Frad: Nun, ein Doktoratsstudium bringt mehr Gehalt als Konzipient, es bringt darüber hinaus wohl auch eine intensivere Auseinandersetzung mit einem Fachgebiet – auch wenn die natürlich auch mit weniger Aufwand erzielt werden kann. Und der Titel hat sicher immer noch eine klingende Wirkung.

Dr. Thomas Frad ist Managing Partner bei KWR Karasek Wietrzyk Rechtsanwälte.

Link: KWR

 

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