29. Okt 2014   Bildung & Uni Business Recht

RuSt 2014: „Der Standort Österreich verliert zusehends an Wettbewerbsfähigkeit“

Hannes Jarolim, Univ.-Prof. Hanns Hügel, René Siegl, Eduard Zehetner ©Business Circle
Hannes Jarolim, Univ.-Prof. Hanns Hügel, René Siegl, Eduard Zehetner ©Business Circle

Wien/Rust. Das Konferenzunternehmen Business Circle veranstaltete am 9. und 10. Oktober 2014 das Jahresforum „Recht und Steuern 2014“ unter der fachlichen Leitung von Univ.-Prof. Hanns F. Hügel in Rust am Neusiedler See.

Neben Updates zu Schwerpunktthemen wie Umgründungen, Marktmanipulation, Prospekthaftung, GmbH-Generalversammlung oder M&A befasste sich eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Univ.-Prof. Hügel mit der Verschlechterung Österreichs in den Standort-Rankings. Es diskutierten Hannes Jarolim (Justizsprecher der SPÖ), René Siegl (Geschäftsführer Austria Business Agency) und Eduard Zehetner (CEO Immofinanz).

„Der Standort Österreich ist nicht abgesandelt, aber er verliert zusehends an Wettbewerbsfähigkeit. Für die in der Zukunft besonders wichtigen Standortfaktoren wie etwa Loyalität, Motivation und Produktivität von Mitarbeitern ist Österreich aber nach wie vor gut aufgestellt“, wird René Siegl in einer Aussendung zitiert.

Eduard  Zehetner appellierte: „Förderungen müssen vor allem auf die Schaffung von Arbeitsplätzen gerichtet sein. Steuern auf Arbeit, auch getarnt als Sozialversicherungsbeiträge, sind deutlich zu senken.“ Gleichzeitig müsse aus seiner Sicht die „Regulierungswut eingedämmt werden, wie die Beispiele Energieausweis oder Auflagen für Banken zeigen.“ Nicht morgen und nicht in zwei, aber in drei bis zehn Jahren werde Österreich noch viel weiter zurückfallen, warnte Zehetner.

„Hohe Steuerbelastung schadet Österreich“

„Im Standortwettbewerb schadet Österreich einerseits die hohe Steuerbelastung und andererseits die fehlende Konstanz in der Steuergesetzgebung. SPÖ und ÖVP sollten nicht ständig Steuerregelungen verschlechtern, die sie selbst beschlossen haben, wie z.B. Gruppenbesteuerung, Firmenwertabschreibung und Stiftungen“, meinte Univ.-Prof. Hügel. „Anstatt ständiger Angriffe gegen Millionäre muss in Österreich ein positives Klima für Leistungsträger, insbesondere Manager und selbstständige Unternehmer, geschaffen werden“, so Hügel.

Für Hannes Jarolim ist Österreich dennoch „eine Perle. Gute Ausbildung, hohe Kreativität, vielfach Kunstsinnigkeit und höchste Sozialkompetenz, so wird im Ausland der klassische österreichische Manager oder Mitarbeiter gesehen. Darauf können wir stolz sein.“

Den wiederholten Platz 1 der Bundeshauptstadt Wien in der Mercer-Studie könne man laut Jarolim „nicht ignorieren“. Aus der staatspolitischen Verantwortung leitete er die „Finanzierung von Arbeitsplätzen in der Krise ab. Das verbessert die Ausgangsposition für Wirtschaft und Arbeitnehmerinnen im nächsten Aufschwung.“

Link: Business Circle

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