11. Dez 2014   Business

Diesmal sind Österreichs Unternehmen schlechter drauf als ihre EU-Kollegen, so PwC

Wien. Die Unsicherheit im Euroraum bleibt weiterhin hoch: Laut einer PwC-Studie erwarten rund 70% der Befragten wesentliche Veränderungen. Diese reichen vom Totalzusammenbruch des Euroraums (19%) über die Entwicklung eines Zweizonen-Euroraums mit weniger Mitgliedern (25%) bis hin zum Austritt von einem oder mehreren Mitgliedstaaten (14%). Nur 11% glauben, dass die politische und Fiskalunion des Euroraums Realität werden wird.

Doch einen spezifischen Plan für das Endergebnis – wie immer es aussehen wird – haben die meisten Unternehmen nicht, beklagen die Berater von PwC. Dabei sind gerade die österreichischen Unternehmen derzeit negativer eingestellt als ihre Kollegen jenseits der Grenzen.

„Die Phase andauernder Veränderungen im Euroraum kann und wird nicht nachhaltig andauern“, so Manfred Kvasnicka, Leiter Business Recovery Services bei PwC Österreich, in einer Aussendung: „Egal welches Szenario schließlich eintrifft, Unternehmen müssen gut vorbereitet sein. Ohne Plan können sie weder Chancen nützen noch Risiken minimieren.“

Mehr als 50% der Studienteilnehmer haben für den Fall, dass die Krise andauert, jedoch keine Pläne aufgestellt oder sind sich solcher Pläne nicht bewusst, heißt es.

Abwarten und Tee trinken

Auch in Österreich treiben nur wenige Unternehmen organisatorische oder wirtschaftliche Veränderungen voran, sondern warten erst einmal ab: Nur 23% der Befragten haben einen >Plan B< (gesamt: 43%). Kvasnicka: „Belastbare und aktuelle Krisenpläne, um mit möglichen Szenarien umgehen zu können, brauchen alle Organisationen“.

Insbesondere dem Mittelstand empfehle man nicht nur einen Maßnahmenplan für den Notfall, sondern auch einen entsprechenden Finanzierungsplan für den Fall des Falles.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Fast 50% der Befragten gehen optimistisch in die Zukunft und erwarten, dass sich die Wirtschaft des Euroraums in den nächsten 18 Monaten erholen wird (von den österreichischen Befragten erwarten nur ca. 38% eine Verbesserung der Wirtschaft in der Eurozone).
  • Fast ein Drittel glaubt, dass es keine Veränderung geben wird, während nur ein Fünftel von einer Verschlechterung der Situation ausgeht.
  • Mehr als 60% meinen, dass der Euro in Zukunft schwächer werden wird, wobei jedoch mehr als die Hälfte der Ansicht ist, dass ein schwächerer Euro für ihr Unternehmen wirtschaftliche Chancen bietet, wie z. B. billigere Exporte, An- bzw. Verkaufsmöglichkeiten oder die Mobilität von Menschen und Produktionsstätten.
  • Mehr als 90% der Führungskräfte glauben, dass Sparmaßnahmen noch für mindestens ein weiteres Jahr in Kraft bleiben werden, und mehr als 50% erwarten dies noch für mindestens zwei Jahre.

Link: PwC

 

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