20. Feb 2015   Business

PwC-Studie: Herausforderungen an allen Fronten für CEOs aus der Versicherungsbranche

Liane Hirner © PwC
Liane Hirner © PwC

Wien/Davos. Der 18Annual Global CEO Survey wurde beim Word Economic Forum in Davos vorgestellt. Über 1.300 CEOs haben an der PwC-Umfrage teilgenommen, darunter auch 80 CEOs in 37 Ländern aus der Versicherungsbranche.

Liane Hirner, Partnerin und Versicherungsexpertin bei PwC Österreich: „Die Menschen leben länger und haben mehr Vermögen, für das sie Vorsorge treffen wollen. Dies stellt eine Chance für Versicherungsunternehmen dar. Gleichzeitig bedeutet es jedoch Herausforderungen. Dazu gehören die zunehmende Kommodifizierung sowie der Bedarf an kostengünstigem digitalen Vertrieb und modernem digitalen Profiling, um auf Kundenbedürfnisse besser eingehen zu können.“

Hier ein Auszug aus einigen Ergebnissen der Studie:

  • 59 % der CEOs im Versicherungsbereich sind der Ansicht, dass es derzeit mehr Marktchancen gibt als noch vor drei Jahren.
  • 61 % sehen jedoch mehr Bedrohungen und 69 % äußern Bedenken bezüglich der geänderten Verkaufskanäle.
  • 90 % der CEOs von Versicherungsunternehmen sind sich bewusst, dass digitale Technologien genauere Datenanalyse ermöglichen, die betriebliche Effizienz steigern (88 %) und die Kundenzufriedenheit verbessern (81 %).
  • Gleichzeitig sehen aber 70 % – der zweithöchste Wert im Branchenvergleich – den rapiden technologischen Wandel als Bedrohung für ihre Wachstumsaussichten.
  • 91 % der CEOs in diesem Bereich erachten Überregulierung als Bedrohung für ihr Wachstum. PwC-Experten sind der Ansicht, dass zum derzeitigen Zeitpunkt (Solvency II erlangt in weniger als einem Jahr Gültigkeit und andere regionale und lokale Veränderungen sind absehbar) die Herausforderung darin besteht, die resultierenden Störungen so gering wie möglich zu halten und die neuen Vorschriften in zuverlässiger und kostengünstiger Weise in den regulären Geschäftsbetrieb einzubauen.
  • Für mehr als 30 % stellen Bündnisse mit anderen Unternehmen eine Chance für mehr Innovation und besseren Zugang zu neu entstehenden Technologien dar. Nur 10 % der CEOs erwägen jedoch einen Zusammenschluss mit einem Start-up-Unternehmen, auch wenn ein solcher wertvollen Zugang zu den benötigten neuen Ideen und Technologien bedeuten könnte.

Mangelnde Qualifikation

Die Studie ergab auch, dass 71 % der CEOs in der Versicherungsbranche die mangelnde Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Bedrohung für ihr Wachstum sehen. Diversität wird mittlerweile als Schlüsselfaktor für die Steigerung von Performance, Innovation und Kundenzufriedenheit erachtet. Fast drei Viertel der Befragten verfügen über eine Strategie zur Förderung von begabten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Diversität und Integration (oder planen die Einführung einer solchen Strategie).

Fast die Hälfte der CEOs im Versicherungsbereich plant wiederum, innerhalb der nächsten 12 Monate ein neues Joint Venture oder ein strategisches Bündnis einzugehen. Zwei Drittel sehen in solchen Allianzen eine Möglichkeit, Zugang zu neuen Kunden zu bekommen. Diese Ansicht ist bei den Versicherern weit stärker ausgeprägt als in anderen Finanzsektoren.

Abschließend sagt Liane Hirner: „Der Versicherungsmarkt verändert sich immer schneller. Dies schafft für manche Unternehmen Möglichkeiten, für andere jedoch Bedrohungen. Langsame Anpassung ist angesichts der gravierenden Beeinträchtigungen und Veränderungen keine gangbare Option. Versicherungsunternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle viel radikaler in Frage stellen und verändern. Auch müssen sie sich die erforderliche Wettbewerbsfähigkeit viel zügiger aneignen, wenn sie ihr Wachstum aufrechterhalten und mit den Markterwartungen Schritt halten wollen.“

Link: PwC

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