27. Feb 2015   Business

Jedes dritte Unternehmen in Österreich hat noch keinen neuen Mitarbeiter über Xing, Facebook & Co. eingestellt

Sven Hennige ©Robert Half
Sven Hennige ©Robert Half

Wien. Social Media-Portale wie Xing, Facebook und LinkedIn sind auch bei der Personalsuche auf dem Vormarsch. Eine Komplettlösung sind sie aber nicht: 32 Prozent der Unternehmen in Österreich haben noch nicht erfolgreich über diese Kanäle rekrutiert. Das ergab eine Studie des Personaldienstleisters Robert Half – der gleich auch Tipps für erfolgreiches Recruiting gibt und mögliche Gefahren erläutert.

Von 100 befragten HR-Managern konnte nur ein Drittel (30%) einen neuen Mitarbeiter über Xing gewinnen. Bei Facebook (27%) und LinkedIn (24%) fällt die Erfolgsquote noch geringer aus. Auch wenn Social Media das Recruiting stark verändert hat, lassen die Studienergebnisse darauf schließen, dass es kein Ersatz für traditionelle Personalgewinnungsmethoden ist, heißt es in einer Aussendung.

Die meisten Unternehmen nutzen Social Media Portale vor allem, um Stellenangebote zu bewerben und eine größere Anzahl an potenziellen Bewerbern zu erreichen: Für 40% der Befragten ist das der Hauptvorteil. Die aktive Identifizierung von geeigneten Kandidaten sieht etwa jeder Fünfte (23%) als größten Pluspunkt. Und immerhin 15% der Unternehmen in Österreich schätzt die Möglichkeit, bei der Auseinandersetzung mit einem Kandidaten dessen Social Media Profile überprüfen zu können.

Frage der Ressourcen

„Das schnelle Aufsetzen eines Social Media Unternehmensprofils und die Möglichkeit, direkt mit potenziellen Bewerbern in Kontakt zu treten, lässt nur dem Anschein nach die Personalsuche einfacher erscheinen. Gerade viele kleine und mittelständische Unternehmen verfügen oftmals nicht über ausreichend personelle Ressourcen, um einerseits die große Anzahl an Bewerbungen zu bewältigen und gleichzeitig auf den sozialen Kanälen mit Bewerbern zu interagieren“, so Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands, bei Robert Half.

„Auch können Xing, Facebook, LinkedIn und Co. nicht den letztlich wichtigsten Entscheidungsfaktor im Rekrutierungsprozess ersetzen: den persönlichen Handschlag. Hier stößt das Social Media Recruiting an seine Grenzen und hat ganz klar einen Nachteil gegenüber herkömmlichen Rekrutierungswegen, inklusive der Nutzung von Personaldienstleistern“, meint Hennige weiter.

Checkliste Social Media Recruiting laut Robert Half

  • Nicht zu schnell urteilen: Wie ein Kandidat seine Social Media-Profile pflegt oder ob er überhaupt dort vertreten ist, lässt keine Aussage über seine Eignungen und Fähigkeiten zu. Nur weil jemand besonders viel postet, muss das nicht heißen, dass er auch im Job äußerst engagiert ist.
  • Auf das Risiko achten: Der Blick in die Social Media-Profile kann Ihren Eindruck bestätigen, aber auch ins Gegenteil verkehren. Lockere Umgangsformen auf Xing, LinkedIn oder Facebook und Selfies sagen noch nichts darüber aus, wie professionell ein Kandidat arbeitet. Legen Sie fest, welchen Stellenwert Informationen aus den sozialen Medien einnehmen sollen.
  • Die Privatsphäre respektieren: Xing und Facebook nutzen viele Menschen primär für private Kontakte. Bei der proaktiven Suche nach geeigneten Kandidaten sollten Sie daher Ihre Ansprache vorsichtig formulieren und einer möglichen Bitte, von Jobangeboten über Social Media Abstand zu nehmen, nachkommen.
  • Social Media ist kein Ersatz für den persönlichen Handschlag: Viele Unternehmen glauben, ihre bisherigen Recruiting-Maßnahmen durch Social Media ersetzen zu können. Dabei gehen jedoch wichtige Informationen verloren, warnt Robert Half – zum Beispiel, wie potenzielle Kandidaten auf Stresssituationen reagieren und ob sie als Persönlichkeit in Ihr Team passen.
  • Die Ressourcen im Blick behalten: Die Kontaktaufnahme mit potenziellen Kandidaten über die sozialen Medien ist verlockend. Vor allem die Kontaktpflege kostet aber viel Zeit und Engagement. Stellen Sie sich die Frage, ob Sie das auch langfristig leisten können.

Link: Robert Half

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