02. Mrz 2015   Business Recht Steuer

Hypo Bad-Bank bezahlt Schulden nicht mehr, bekommt drei neue Vorstände: Schoenaich-Carolath, Handrich und Tscherteu

Klagenfurt. Der Aufsichtsrat der Hypo-Abbaueinheit Heta Asset Resolution will mit Neubestellungen die Weichen für eine personelle Neuausrichtung stellen. Zum Vorstandsvorsitzenden wurde Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath bestellt, neue Vorstandsmitglieder werden Martin Handrich und Alexander Tscherteu. Rainer Jakubowski bleibt Vorstandsmitglied der Heta.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Abbau der Hypo Alpe-Adria deutlich mehr kostet als ursprünglich angenommen: ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf zwischen vier und 7,6 Milliarden Euro ist laut Wirtschaftsprüfern notwendig. Für die Heta soll nun statt weiterer Leistungen der Steuerzahler das neue europäische Bankenabwicklungsregime zur Anwendung kommen. Die Schulden sind per Anweisung der FMA in einem ersten Schritt bis 31. Mai 2016 gestundet.

Aufsichtsratsvorsitzender Michael Mendel in einer Aussendung zur Neubesetzung: „Alle drei neuen Vorstandsmitglieder bringen große Expertise in der Restrukturierung und im Abbau von Banken mit.“

Mit Wirt.-Ing. Sebastian Schoenaich-Carolath werde ein Experte im Bereich der Restrukturierung federführend die Leitung der Heta Asset Resolution übernehmen. Er war seit 2012 für den Abbau der polnischen Tochter der DZ-BANK verantwortlich, zuvor
verantwortete er die strategische Neuausrichtung und Konsolidierung der Kölner Bank.

Handrich verantwortete bei der Österreichischen Volksbanken-AG (ÖVAG) als Bereichsleiter u.a. den Abbau von Kreditportfolios, Tscherteu war seit 2011 als Vorstand der ÖVAG-Tochter VB Romania S.A. wesentlich an deren Restrukturierung und am Verkaufsprozess beteiligt.

Schoenaich-Carolath tritt sein Amt am 16. April an, Handrich am 16. März und Tscherteu am 1. Juli. Johannes Proksch, bisheriger CFO der Heta, habe den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er sein auslaufendes Vorstandsmandat nicht mehr verlängern möchte. Er scheidet daher mit Jahresmitte aus dem Vorstand der Heta aus. Der Aufsichtsrat bedanke sich bei Proksch für seine Leistungen in der schwierigen Übergangsphase vom alten Regime als reguliertes Bankinstitut zu einem neuen als deregulierte Abbaueinheit.

FMA sagt Schluss

Österreichs Finanzmarktaufsicht FMA hat am Sonntag als österreichische Abwicklungsbehörde gemäß „Bundesgesetz zur Sanierung und Abwicklung von Banken“ (BaSAG) per Bescheid die Abwicklung der „Heta Asset Resolution AG“ gemäß dem neuen europäischen Abwicklungsregime für Banken angeordnet.

Um einen Abwicklungsplan erstellen zu können, der den Zielen dieses neuen Regimes entspreche, hat die FMA kraft der ihr gesetzlich eingeräumten Befugnisse eine bis 31. Mai 2016 befristete Stundung von Verbindlichkeiten der Heta Asset Resolution AG gegenüber den Gläubigern gemäß BaSAG verhängt.

Link: Heta Asset Resolution

Link: FMA

 

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