04. Mrz 2015   Business Recht Steuer

Anbieter sehen viel Verbesserungspotenzial bei der Ausschreibung von IT-Services, so PwC

Günther Seyer ©PwC / oreste.com
Günther Seyer ©PwC / oreste.com

Wien. Das Auslagern von IT-Bereichen ist für Unternehmen in Österreich weiterhin ein wichtiges Thema. Man entscheide sich bevorzugt für spezialisierte IT-Anbieter – und zwar häufig für mehrere Dienstleister für einzelne Bereiche, heißt es in der neuen >IT-Sourcing-Studie< des Beratungsunternehmens PwC. Die IT-Anbieter sehen sich demnach als Innovationstreiber, die ihren Kunden mit neuen Produkten und Dienstleistungen einen Mehrwert liefern können: rund 80 Prozent der für die Studie befragten IT-Dienstleister betrachten sich etwa schon jetzt als Cloud-Computing-Experten. Doch es gibt auch viele Wünsche an die Kunden, etwa was Ausschreibungen betrifft.

Cloud Computing bietet neben Themen wie Mobility und Big Data aus Sicht der IT-Häuser in Zukunft die größten Umsatzchancen und gilt als Wachstumstreiber der Branche, heißt es in einer Ausendung. Deswegen investieren sie in diesen Bereich so stark wie in keinen anderen.

Für die Kunden biete das Outsourcing von Cloud Services hohes Einsparpotenzial. Aus Sicht der Anbieter von IT-Dienstleistungen sind Sicherheit und Datenschutz beim Cloud Computing freilich von zentraler Bedeutung: die Kunden sorgen sich um die Daten, die für ihr Geschäft von existenzieller Bedeutung sind.

Die Trends

Der Trend gehe in Richtung Multi-Provider-Outsourcing: Vergibt ein Unternehmen Aufträge an mehrere IT-Dienstleister, steigt der Aufwand, die verschiedenen Bereiche zu steuern und zu koordinieren – neben Know-how im IT-Bereich sind auch spezifische Erfahrungen im Partner-Management unerlässlich.

„Aus Anbietersicht geht klar hervor, dass IT Sourcing ein wichtiges Managementthema ist und auch in Zukunft sein wird. Durch unterschiedliche Einflussfaktoren auf Kunden- und Marktseite herrscht jedoch Zurückhaltung. Trotzdem gehen Anbieter davon aus, dass in den Themen Cloud, Mobility und Big Data die Wachstumsthemen sein werden“, so Günther Seyer, Technology Consulting bei PwC Österreich.

Für eine erfolgreiche Steuerung solcher Sourcingbeziehungen seien eigens geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig – doch gerade diese sind häufig schwer zu finden.

Nach Meinung der IT-Dienstleister spielt die Qualität der Dienstleistungen mit 71 Prozent die entscheidende Rolle bei der Wahl des Anbieters. Das decke sich mit dem Ergebnis der IT-Sourcing-Studie von PwC aus dem Jahr 2012, bei der die Kunden nach ihrer Meinung befragt wurden. Allerdings zeigen sich aber auch große Unterschiede in der Einschätzung beider Seiten: So sehen die IT-Dienstleister den Preis nur als viertwichtigstes Kriterium, während ihn die Kunden als zweitwichtigsten Faktor betrachten.

Die Ausschreibungen

In der Praxis führen Ausschreibungen von IT-Projekten häufig zu Problemen, heißt es: Viele Anbieter beklagen zu komplexe Verfahren, bei denen Unternehmen die Ausschreibungen immer wieder anpassen.

Fast alle befragten Dienstleister wünschen sich insgesamt weniger bürokratische Ausschreibungsprozesse und kürzere Entscheidungswege beim Kunden. Gerade im öffentlichen Sektor werden sehen die Befragten einen starken Optimierungsbedarf.

In den vergangenen Jahren habe sich der Markt für IT-Outsourcing weiter entwickelt. Den höchsten Grad an Standardisierung sehen die IT-Anbieter in den Bereichen Rechenzentrum, inklusive dem dazugehörigen Facility Management (Housing) und dem Netzwerk, ähnlich verhält es sich auch mit dem Output-Management und den End-User-Services, zu denen auch der Helpdesk zählt.

In den Bereichen Cloud Computing, Service Integration sowie Business Process Outsourcing sehen die Anbieter in Zukunft das größte Potenzial für eine weitere Standardisierung. Generell lässt sich in IT-Bereichen, die noch relativ neu sind, ein hohes Maß an Vielfalt erkennen. Auch der Anwendungsbetrieb und die Service Integration zeichnen sich durch ein geringes Maß an Standardisierung aus.

„Nach wie vor bietet IT-Outsourcing die Möglichkeit, Kosten einzusparen und die Effizienz zu erhöhen. Jedoch unterscheidet sich je nach Erfahrung der Kunden der Schwerpunkt“, so Seyer: Im First Generation Outsourcing werden IT-Funktionen erstmalig ausgelagert. Das ermögliche direkt Ersparnisse und Effizienzgewinne. Beim Second Generation Outsourcing, also der wiederholten Auslagerung bzw. einem Dienstleisterwechsel, sind die Unternehmen reifer. Dann beruhen die positiven Effekte vor allem auf Automatisierung und Produktivitätsgewinnen.

„Bei beiden Outsourcing-Varianten bietet Cloud Computing das größte Einsparpotenzial, erfordert aber auch eine ausgeprägte und erfahrene Steuerungsfunktion beim Kunden“, so Seyer.

Link: PwC

 

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