06. Mrz 2015   Business

Männer, macht Platz: Nachwuchs-Managerinnen strotzen laut PwC vor Selbstvertrauen und Ehrgeiz

Elizabeth Hull ©PwC
Elizabeth Hull ©PwC

Wien. Anlässlich des Internationalen Frauentages am Sonntag (8. März 2015) hat PwC eine Umfrage unter 8.756 weiblichen Millennials (Frauen, die zwischen 1980 und 1995 geboren wurden) aus 75 Ländern durchgeführt, darunter auch Österreich. Thema der Umfrage war ihre Einstellung zu Arbeitswelt und Karriere.

Die Studie >The female millennial: A new era of talent< hat demnach ergeben, dass weibliche Millennials viel eher als die Frauen vor ihnen daran glauben, bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber ganz an die Spitze kommen zu können.

  • Dies trifft vor allem zu Beginn der Karriere zu (49%). Gute Karrierechancen werden als wichtigstes Attribut attraktiver Arbeitgeber gesehen.
  • 86% der weiblichen Millennials bevorzugen Arbeitgeber, bei denen Diversität, Gleichberechtigung und Integration hoch im Kurs stehen.
  • 71% von ihnen kommen jedoch zu der Ansicht, dass Arbeitgeber zwar über Diversität sprechen, jedoch keine Chancengleichheit anbieten.
  • Darüber hinaus finden 43 % der weiblichen Millennials (im Vergleich zu 14 % im Jahr 2011), dass sich Arbeitgeber bei internen Beförderungen zu sehr auf männliche Mitarbeiter konzentrierten.

Frauenfreundliche Länder

Die stärkste Bevorzugung von Männern orten weibliche Millennials in Spanien (60%), Frankreich (58%) und Irland (56%), während jene in Malaysia (16%) und auf den Philippinen (11%) wesentlich optimistischer sind.

Liz Hull, Human Capital Leader PwC Österreich: „Unsere Analysen zeigen, dass weibliche Millennials tatsächlich eine ganz neue Generation weiblicher Mitarbeiter darstellen. Weibliche Millennials sind besser ausgebildet und treten in größerer Zahl ins Berufsleben ein als Frauen früherer Generationen. Doch das ist nicht das Einzige, das sich verändert hat. Sie haben auch eine ganz andere Einstellung zu ihrer Karriere.“

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Unter weiblichen Millennials gelten gute Aufstiegschancen als wichtigste Eigenschaft eines attraktiven Arbeitgebers (53%). Dies zeigt, dass diese Frauen durch mehr berufliches Selbstvertrauen und Ehrgeiz gekennzeichnet sind als jene früherer Generationen.
  • Das größte Selbstvertrauen haben weibliche Millennials in Brasilien (76%), Indien (76%) und Portugal (68%), währen jene in Japan (11%), Kasachstan (18%) und Deutschland (19%) über das geringste Selbstvertrauen verfügen.
  • 86% der weiblichen Millennials, die in einer Beziehung leben, sind Teil eines so genannten >Dual Career Couple< (eines Paares, in dem beide Partner karriereorientiert sind), und 66% verdienen gleich viel oder mehr als ihre Partner
  • Fast die Hälfte findet jedoch, dass sich Arbeitgeber bei internen Beförderungen zu sehr auf männliche Mitarbeiter konzentrieren.

Die Auswirkungen

Die Generation der Millennials wird nie dagewesene organisatorische Veränderungen bedeuten, schlussfolgert PwC: Immerhin fordern 97% aller Millennials mehr Flexibilität und eine bessere Work/Life-Balance. Weibliche Millennials erwarten unmittelbares und zukunftsorientiertes Feedback von hoher Qualität. Sie sind zwar technisch sehr gut bewandert, bevorzugen jedoch trotzdem persönliche Feedback-Gespräche.

Der Wunsch von Frauen, internationale Berufserfahrung zu sammeln, war noch nie so groß wie heute. 71% der weiblichen Millennials streben dies an. Dennoch entfallen derzeit nur 20% der Secondments ins Ausland auf Frauen.

Weibliche Millennials arbeiten am wenigsten gerne in den Branchen Finanzdienstleistungen, Verteidigung sowie Öl & Gas, und zwar allein aufgrund von deren Image und Ruf.

Familie beeinflusst beide Geschlechter

Auf die Frage, warum sie ihren Arbeitgeber verlassen, antworteten 19% der weiblichen Millennials, dass sie eine Familie gründen und mehr Zeit zuhause verbringen wollten. Im Vergleich dazu geben dies 18% der Männer an – also praktisch gleich viele. Die Gründung einer Familie ist der sechsthäufigste Grund, warum Männer oder Frauen einen Arbeitgeber verlassen.

Österreich in Länder-Index auf Platz 11

Zum dritten Mal hat PwC auch den >Women in Work Index< herausgegeben. In diesem Index werden die 27 OECD-Staaten nach fünf Kennzahlen für die wirtschaftliche Emanzipation von Frauen gereiht: Gleichbehandlung gegenüber Männern bei der Entlohnung; absoluter und relativer Prozentsatz an berufstätigen Frauen; weibliche Arbeitslosenrate; Prozentsatz an ganztätig berufstätigen Frauen.

Auf den ersten drei Plätzen liegen die skandinavischen Staaten Norwegen, Dänemark und Schweden; Österreich liegt immerhin auf Platz 11 – vor Frankreich, den Niederlanden und den USA, aber hinter Deutschland (Platz 8).

Link: PwC

 

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