SOT-Frühjahrsgespräch: Betriebswirtschaftliche und rechtliche Fragen zu Vermögenserhalt in Familienbetrieben

19. Mrz 2015   Recht Steuer
Frank-Thomasser, Waldner, Schmidl, Keglevich, Ludwig, Brodbeck © Richard Tanzer
Frank-Thomasser, Waldner, Schmidl, Keglevich, Ludwig, Brodbeck ©Richard Tanzer

Wien. Zum vierten Mal luden die SOT Süd-Ost Treuhand Gruppe und Libertas Intercount Wien zum SOT-Frühjahrsgespräch ein. Am Programm stand das Thema „Vermögenserhalt in Familienbetrieben“. Als Speaker hatte man u.a. einen deutschen Philosophen aufzubieten, im Kern ging es um ein handfestes Thema: Wie schafft man es, zu jenen 50% der Familienunternehmen zu gehören, die die Übernahme durch die nächste Generation mit Erfolg bestehen?

Als Keynote Speaker referierte Prof. Karl-Heinz Brodbeck, deutscher Philosoph, Kreativforscher, Ökonom und Wirtschaftsethiker über die Theorie des Geldes.

Unter der Leitung von Moderatorin Karin Keglevich-Lauringer diskutierten im Anschluss: Alix Frank-Thomasser, Partnerin der Alix Frank Rechtsanwälte GmbH, Elisabeth Waldner, Leiterin der Finanzierungsstrukturierung in der SOT-Süd-Ost Treuhand, Anton Schmidl, Geschäftsführender Gesellschafter der SOT Süd-Ost Treuhand GmbH Klagenfurt und Carl Ludwig Richard, Dr. Richard Verkehrsbetriebe.

Friedrich Spritzey, geschäftsführender Gesellschafter der SOT Süd-Ost Treuhand und der Libertas Intercount, betonte die Wichtigkeit des Themas, da die meisten Unternehmensnachfolge-Fragen zu spät oder gar nicht in Angriff genommen würden und dadurch oftmals viele Unternehmenswerte vernichtet und emotional viel Porzellan zerschlagen werde.

Langfristige Planung und Kontrolle

Im Rahmen der Podiumsdiskussion meinte Alix Frank-Thomasser, dass es von großem Vorteil in Familienunternehmen sei, mit allen Beteiligten eine Art Familiencharta aufzustellen, die jährlich überprüft werden sollte. Anton Schmidl wiederum argumentierte, dass jene Nachfolgeprojekte am besten funktionieren, wo langfristig geplant und so gegenseitiges Vertrauen aufgebaut wird.

Elisabeth Waldner empfahl Betroffenen, sich unbedingt auch mit ihrer Bank auseinanderzusetzen. „Nur wer eine vertrauensvolle Basis aufgebaut hat, kann, wenn Schwierigkeiten entstehen, bzw. Vermögensumschichtungen nötig werden, ein konstruktives Gesprächsklima erwarten. Idealer Weise macht man auch in einem Familienunternehmen eine Due Diligence. Das sollte nicht nur bei einem Verkauf die Regel sein, sondern auch bei einer klassischen Unternehmensnachfolge.“

Anton Schmidl empfahl Abklärung durch eine jährliche Wirtschaftsprüfung. Carl-Ludwig Richard betonte, wie wichtig für eine gute Nachfolgeregelung die Erziehung der Kinder und die Übermittlung einer Wertehaltung in der Familie sei.

Nachfolge könne dann gut funktionieren, wenn man diese rechtzeitig plant und mit einem guten Team alle Problemfelder offen diskutiert und analysiert, heißt es weiter: Vertrauen sei dabei eines der wichtigsten Anforderungen. Dann könne man zu jenen 50 Prozent zählen, die die Übergabe eines Unternehmens erfolgreich abschließen.

Link: SOT

Link: Libertas Intercount