17. Apr 2015   Recht

CA Immo wirft in Übernahmeverfahren mit Immofinanz die Bittere Pille ein: Doralt berät

Wien. Die beiden börsenotierten Immobilienkonzerne CA Immo und Immofinanz liefern sich eine Übernahmeschlacht – bis jetzt: Die Immofinanz hat überraschend ihr geplantes Teilangebot für den Erwerb von bis zu 29 Prozent der CA Immo abgesagt. Grund sei eine Satzungsänderung, eine sogenannte >Bittere Pille<. Die CA Immo wird im Verfahren von Doralt Seist Csoklich beraten.

Mit ad-hoc Mitteilung vom 23. März 2015 hat die Immofinanz seinerzeit ein freiwilliges öffentliches Teilangebot (§ 4 ff Übernahmegesetz) für bis zu 29% des Grundkapitals der CA Immobilien Anlagen AG angekündigt, heißt es in einer Aussendung des Unternehmens.

Der Vorstand habe nun gestern beschlossen, in der außerordentlichen Hauptversammlung heute, Freitag, keinen Beschlussantrag zur Genehmigung dieses Teilangebots zu stellen. Das Teilangebot für Aktien der CA Immobilien Anlagen AG werde daher nicht durchgeführt.

Eine bittere Pille

Der Grund dafür sei, dass die ordentliche Hauptversammlung der CA Immo am 28. April 2015 – auf Vorschlag von O1 Group als Hauptaktionär – eine Satzungsänderung beschließen soll, um die Beschlussmehrheit zur Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern von der einfachen Mehrheit auf eine 75%-Stimmenmehrheit anzuheben.

Es ist wegen der 26%-Beteiligung von O1 Group Limited damit zu rechnen, dass die Satzungsänderung beschlossen wird, meint die Immofinanz: O1 könne dann also Abberufungen von Aufsichtsratsmitgliedern blockieren. Vor diesem Hintergrund werde ein Teilangebot für Aktien der CA Immo nicht für sinnvoll erachtet, weil mit der Anhebung des Quorums auf 75% kein adäquater Einfluss der Immofinanz im Aufsichtsrat möglich werde.

Die CA Immo bietet selbst weiterhin für die Immofinanz: Ihr freiwilliges Teilangebot gemeinsam mit der O1-Gruppe des russischen Milliardärs Boris Mints umfasst 13,5 Prozent des Stammkapitals. Zusammen mit dem bereits vorhandenen Aktienbesitz würde der Anteil der CA Immo damit auf rund 18 Prozent steigen. Sie wird dabei von der Wiener Wirtschaftskanzlei Doralt Seist Csoklich, sowie von Clifford Chance (Düsseldorf) und BDO Austria (Sachverständiger nach Übernahmegesetz) beraten. Update: Letztendlich hat man es nur auf 6,08 Prozent der Immofinanz-Aktien gebracht.

Link: CA Immo

Link: Immofinanz

Link: Doralt Seist Csoklich

 

 

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