Wien. Temporäre Beschäftigung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Personalmanager sehen Zeitarbeitserfahrung inzwischen gleichwertig zur Festanstellung – das sind jedenfalls die Ergebnisse einer Arbeitsmarktstudie des Beratungsunternehmens Robert Half, an der 100 HR-Manager (Human Resources) in Österreich teilgenommen haben.
Knapp die Hälfte (46%) der österreichischen HR-Manager betrachtet Bewerber mit Zeitarbeitserfahrung als gleichwertig zu jenen, die sich aus einer Festanstellung heraus bewerben. Fast genauso viele (41%) sehen in der Zeitarbeitserfahrung sogar einen Vorteil, besonders wenn damit Branchenkenntnisse oder zur Stellenausschreibung passende Kompetenzen erworben wurden (29%). 12% sind der Meinung, dass dies die Flexibilität eines Bewerbers zum Ausdruck bringe.
Angaben zu Zeitarbeitseinsätzen im Lebenslauf haben laut einer Aussendung bei der überwiegenden Mehrheit der österreichischen Unternehmen keine negativen Auswirkungen mehr im Recruiting-Prozess. Nur 8% der HR-Verantwortlichen sehen temporäre Einsätze als Nachteil und vermuten, dass es dem Bewerber nicht gelingt, eine Festanstellung zu finden.
„Attraktive Karriereoption“
„Der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert“, erklärt Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half. „Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise wurde Zeitarbeit von vielen Unternehmen aus Kosten- und Flexibilitätsgründen eingesetzt. Mittlerweile finden wir einen Arbeitnehmermarkt vor, gekennzeichnet durch eine niedrige Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel“, so der Experte weiter.
Viele Unternehmen nutzen laut Hennige temporär beschäftigte Experten nun, um Schlüsselpositionen bei einzelnen Projekten besetzen zu können. „Dementsprechend hat sich das Ansehen der Zeitarbeit grundlegend geändert: Wir vermerken eine höhere Wertschätzung auf Seiten der Unternehmen und Bewerber. Für die Kandidaten wird Zeitarbeit mehr und mehr zu einer attraktiven Karriereoption“, so Hennige.
Traditioneller Arbeitsplatz im Umbruch
Die positiven Reaktionen der Personalverantwortlichen gegenüber temporären Mitarbeitern zeigen sich demnach auch beim Ausblick in die Zukunft. 80% der HR-Manager denken, dass sich der traditionelle Arbeitsplatz dahingehend entwickeln wird, dass Zeitarbeiter und Interim-Beschäftigte neben Festangestellten eine größere Rolle in Unternehmen spielen werden.
Die Hauptgründe für diese Einschätzung sind die Kosteneffizienz aufgrund variabler Personalausgaben und der gestiegene Bedarf für mehr Ressourcenflexibilität (jeweils 28%). Darüber hinaus führen die befragten HR-Manager den Zugriff auf zusätzliche Kompetenzen außerhalb des eigenen Unternehmens (24 %) sowie die Zunahme der Projektarbeit (11%) an.
Link: Robert Half
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