12. Mai 2015   Business Recht Tipps

Bank Austria setzt auf E-Zustellung: Elektronisches Postfach für alle hochoffiziellen Schriftstücke

Wien. Die E-Zustellung nach dem österreichischen Verfahren soll Bürgern den bequemen Zugriff auf Schriftstücke von Behörden und Unternehmen ermöglichen und Geld sparen helfen; vor allem hat sie Rechtsgültigkeit wie eine eingeschriebene Postzustellung. Die Bank Austria will nun als erstes Privatunternehmen die E-Zustellung aktiv allen ihren Kunden anbieten. Diese sollen sich die elektronische Unterschrift für ihr Mobiltelefon per Online-Banking freischalten lassen, und per hochoffiziellem E-Postfach amtliche Dokumente oder auch wichtige Zuschriften von Unternehmen empfangen.

Die Nutzung des Service geschehe auf freiwilliger Basis, betont die Bank Austria.

Gleichzeitig sieht sich das Kreditinstitut damit als Hauptantriebskraft hinter der elektronischen Zustellung: Derzeit nützen rund 650.000 Österreicher die E-Zustellung über Handy-Signatur und Bürgerkarte. Zu ihnen kommen nun – potenziell – alle 760.000 OnlineBanking-Kunden der Bank Austria, heißt es.

Laut Medienberichten gibt die Bank Austria im Jahr 3,5 Millionen Euro für Porto aus; jeder Kunde, mit dem man künftig über sein E-Postfach korrespondiert, spart also Geld. Auch andere Unternehmen, die beispielsweise Rechnungen künftig per E-Zustellung verbreiten, kommen als Zielgruppe in Frage, so die Bank Austria.

Wie die E-Zustellung funktioniert

Die E-Zustellung mit einem elektronischen Postkorb beim Kooperationspartner Postserver bedeute ein einziges Annahmefach für Schriftstücke von Behörden und Unternehmen. Diese Schriftstücke können elektronisch oder postalisch sein – nötigenfalls wird alles digitalisiert, am Ende kommt es jedenfalls elektronisch und rechtsverbindlich beim Empfänger an.

Das neue Bankident-Verfahren ermögliche darüber hinaus die einfache und sichere Freischaltung der Handy-Signatur, womit die eindeutige Identifikation im Netz möglich ist und Dokumente von Behörden rechtsgültig empfangen werden können.

Willibald Cernko, Vorstandsvorsitzender der Bank Austria: „Mit einem einzigen elektronischen Postfach und daher mit einem einzigen Passwort können Schriftstücke von Behörden und der Privatwirtschaft sicher, komfortabel und kostenlos empfangen werden.“

Die Kosten werden von den Behörden und den Unternehmen getragen, gleichwohl die elektronische Zustellung mit deutlichen Kosteneinsparungen im Vergleich zur traditionellen Post verbunden sei, heißt es.

Als Vorteile für Kunden werden u.a. genannt:

  • Empfang von Behördenpost ist nach der Registrierung mit Handy-Signatur oder Bürgerkarte möglich
  • Empfang von E-Zustellungen weiterer Absender aus der Privatwirtschaft
  • Authentifizierung des Versenders
  • Orts – und zeitunabhängiger Empfang
  • Automatische Digitalisierung der Eingangspost – kein Scannen notwendig
  • Wahrung des Briefgeheimnisses durch End-to-End-Kryptografie
  • frei von Spam- und Phishing-Nachrichten
  • Benachrichtigung via E-Mail bei jeder einlangenden Nachricht
  • Automatische Abwesenheitsmeldungen sind z.B. bei Urlauben möglich

Der Nutzen für Unternehmen

Die E-Zustellung kann zusätzlich für die nachweisliche ausgehende Kommunikation mit den eigenen Geschäftspartnern und für den Versand von Rechnungen genutzt werden; sie ist in die firmenseitige Softwareumgebung integrierbar. Es sind Subpostfächer für einzelne Abteilungen, Personen und Aufgabenbereiche möglich, und dazu unterschiedliche Berechtigungsstufen wie Vollzugriff, Ändern, Lesen und Versenden je autorisierter Vertretung.

Der große Vorteil der E-Zustellung liege in ihrer zuverlässigen Übermittlung: Ein Sicherheitssystem, das sowohl auf Software- als auch auf Hardware-Ebene im Hintergrund die Sendung schützt und verschlüsselt, schütze vor Datendiebstahl oder Manipulationen. Im Gegensatz zu einem Brief oder herkömmlichen E-Mails seien Sender und Empfänger klar authentifiziert, Fehlsendungen somit ausgeschlossen.

Link: Bank Austria

 

    Weitere Meldungen:

  1. Neue Kanzlei AKELA für Wirtschaftsrecht und Finanzen
  2. Internet-Unternehmen suchen digitale Souveränität für Europa
  3. Wolf Theiss berät Fusion von card complete und DC Bank
  4. Patricia Kasandziev neu im Vorstand der bank99