Erfinder des Inbus-Schlüssels in Not, White & Case hilft

20. Aug 2015   Recht

Düsseldorf. Knapp sieben Monate nach Stellung des Insolvenzantrags der Whitesell Germany GmbH & Co. KG hat der Insolvenzverwalter, White & Case-Partner Biner Bähr, nach eigenen Angaben einen wichtigen Schritt zur Sanierung des Automobilzulieferers gesetzt: Zwei Werke in Beckingen und Schrozberg wurden an Tochtergesellschaften von Nedschroef im Wege eines Asset Deals verkauft. Whitesell ist weit über die Branche hinaus durch eine Erfindung bekannt, die dort einst gemacht wurde: Der Inbus-Schlüssel wird jährlich millionenfach zum Zusammenbau von System-Möbeln wie etwa von Ikea benutzt. 

Ein notarieller Kaufvertrag für die Werke wurde am 18. August in Düsseldorf unterzeichnet. Der Verkauf steht insbesondere noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung, heißt es weiter.

Das Unternehmen

Whitesell Germany produziert an den vier Standorten Neuss (Nordrhein-Westfalen), Neuwied (Rheinland-Pfalz), Beckingen (Saarland) und Schrozberg (Baden-Württemberg) hochwertige Kaltformteile und CNC-Präzisionskomponenten für Automobilhersteller und -zulieferer. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen bei Stellung des Insolvenzantrags in Deutschland etwa 1.300 Mitarbeiter. Teilweise blicken die Standorte auf eine 140 Jahre alte Tradition zurück. Unter anderem wurde dort der weltweit bekannte Inbus-Schlüssel entwickelt, so White & Case.

Nedschroef mit Sitz in Helmond/Niederlande zählt zu den weltweit größten Anbietern komplexer Verbindungselemente für die Automobilindustrie. Der Kauf der Whitesell-Werke in Beckingen und Schrozberg ist für Nedschroef die erste Akquisition nach Übernahme des Unternehmens durch die chinesische Shanghai Prime Machinery Company Limited im Sommer 2014.

„Über den Verkauf an Nedschroef bin ich sehr froh“, so Bähr. „Nedschroef ist ein erfahrener und im Markt sehr angesehener Wettbewerber, bei dem ich die beiden Werke in Beckingen und Schrozberg in guten Händen weiß. Bedingt durch die Tatsache, dass die Whitesell-Werke in den letzten fünf Jahren bereits von zwei Insolvenzverfahren der Vorgängerunternehmen Acument und Ruia betroffen waren, haben vor allem die Mitarbeiter viel mitgemacht. Jetzt können sie sich auf eine positive und sichere Zukunft freuen.“

Bähr war in der Vergangenheit u.a. mit den Insolvenzen des Kaufhauskonzerns Hertie, des Möbelproduzenten Schieder, des Energieversorgers TelDaFax, des Motorradbekleidungs- und -zubehörherstellers Hein Gericke sowie des börsennotierten Solarenergie-Unternehmens systaic befasst. Den Verkauf der Werke begleitete ein White & Case-Team unter Federführung der Partner Patrick Narr und Hermann Schmitt (beide M&A) und mit weiteren Experten.

Link: White & Case

 

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