Business Judgement Rule gilt ab 1. Jänner 2016 in Österreich: Seminar zu den Konsequenzen

Florian Schuhmacher ©DLA Piper

Flo­ri­an Schuh­ma­cher ©DLA Piper

Wien. Das jetzt beschlos­se­ne Straf­rechts­än­de­rungs­ge­set­zes 2015 tritt schon am 1. Jän­ner 2016 in Kraft: Es wird nicht nur eine umfas­sen­de Neu­re­ge­lung des Bilanz­straf­rechts brin­gen, son­dern infol­ge eines Initia­tiv­an­tra­ges der Jus­tiz­spre­cher von SPÖ und ÖVP im Par­la­ment wird nun auch die ursprüng­li­ch aus dem US-amerikanischen Recht stam­men­de „Busi­ness Jud­ge­ment Rule“ aus­drück­li­ch gesell­schafts­recht­li­ch ver­an­kert. Die DLA Piper-Experten Franz Alt­hu­ber und Flo­ri­an Schuh­ma­cher erläu­tern am 16. Novem­ber, was das für die Pra­xis bedeu­tet. 

„Unter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dun­gen des Manage­ments, die sich im Nach­hin­ein als fal­sch her­aus­stel­len, sol­len dann nicht zur Haf­tung füh­ren, wenn die Ent­schei­dung auf Basis ange­mes­se­ner Infor­ma­tio­nen und frei von Inter­es­sens­kon­flik­ten in der begrün­de­ten Annah­me getrof­fen wur­de, zum Woh­le des Unter­neh­mens zu han­deln“, so Schuh­ma­cher.

Veranstaltung und Hintergrund

Alt­hu­ber und Schuh­ma­cher wer­den am 16. Novem­ber 2015 im Rah­men eines vom Lin­de Ver­lag orga­ni­sier­ten Prak­ti­ker­se­mi­nars die Rechts­la­ge, die damit ver­bun­de­nen Aus­wir­kun­gen auf die Tätig­keit von Geschäfts­füh­rern und Vor­stands­mit­glie­dern sowie Stra­te­gi­en zur Haf­tungs­ver­mei­dung dar­stel­len.

Franz Althuber ©DLA Piper

Franz Alt­hu­ber ©DLA Piper

Der Hin­ter­grund der Busi­ness Jud­ge­ment Rule ist, dass es für Geschäfts­lei­ter haf­tungs­freie unter­neh­me­ri­sche Hand­lungs­spiel­räu­me geben muss, um über­bor­den­de Haf­tungs­ri­si­ken zu ver­mei­den, heißt es weiter: In gesell­schafts­recht­li­chen Haf­tungs­ver­fah­ren wer­de daher zwi­schen noch ver­tret­ba­ren unter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dun­gen und haf­tungs­be­grün­den­den Sorg­falts­ver­stö­ßen unter­schie­den.

Neben der gesell­schafts­recht­li­chen Bedeu­tung ist die Fra­ge des haf­tungs­frei­en Ermes­sens­spiel­rau­mes auch in ande­ren Rechts­ge­bie­ten – wie etwa im Steuer- oder Straf­recht – rele­vant. „Auch in steu­er­recht­li­chen Haf­tungs­ver­fah­ren oder in Finanz­straf­ver­fah­ren stellt sich regel­mä­ßig die Fra­ge, ob eine gewähl­te Vor­ge­hens­wei­se recht­li­ch noch ver­tret­bar war. Die Busi­ness Jud­ge­ment Rule ist auch dann von prak­ti­scher Bedeu­tung, wenn ein sich für die Gesell­schaft aus einer Steu­er­nach­zah­lung erge­ben­der Scha­den vom Geschäfts­füh­rer bzw Vor­stands­mit­glied ersetzt wer­den soll“, so Alt­hu­ber.

Link: DLA Piper