
Wien. Österreichische Unternehmen haben in den letzten Jahren verstärkt auf Verstöße gegen Unternehmensregeln und -richtlinien reagiert: Komplexe Compliance-Regelwerke, strenge Antikorruptionsrichtlinien und Verhaltenskodizes wurden etabliert. Die „Regulierungspflicht“ ist stark im Vormarsch, und Compliance steht beim 4. Wiener Unternehmensrechtstag an der WU im Fokus.
Die Anforderungen an die Compliance-Maßnahmen für die Unternehmen, aber auch für die verantwortlichen Manager im Vorstand und Aufsichtsrat nehmen ständig zu. Strengere Kontrollen von Behörden und eine schärfere Rechtsprechung erhöhen den Haftungsmaßstab und führen zu härteren Strafen.
4. Wiener Unternehmensrechtstag
Der 4. Wiener Unternehmensrechtstag, eine Initiative der B&C Privatstiftung, widmet sich deshalb am Montag, 28. September 2015, dem viel diskutierten Thema >Compliance<. Unter der fachlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Susanne Kalss (Wirtschaftsuniversität Wien) und Univ.-Prof. Dr. Ulrich Torggler (Universität Wien) analysieren Rechts- und Wirtschaftsexperten aus Österreich und Deutschland die aktuellen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf heimische Unternehmen.
Experten aus Recht und Wirtschaft geben an der Wirtschaftsuniversität Wien einen Überblick, was mit >Compliance< aus gesellschaftsrechtlicher Sicht gemeint ist. Sie beleuchten laut einer Aussendung der WU in diesem Zusammenhang das schwierige Verhältnis von Aufsichts- und Gesellschaftsrecht und diskutieren die Pflichten von Aufsichtsrat und Vorstand in der Gesellschaft sowie im Konzern bei der Umsetzung der Compliance-Maßnahmen.
Kein Selbstzweck
„Compliance ist ein wichtiger Bestandteil der modernen Unternehmensführung. Die konkreten Einzelpflichten für Unternehmen und das Management im Bereich Compliance haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Sie dürfen nicht zum Selbstzweck werden. Daher ist es wichtig, dieses komplexe Thema und die Auswirkungen auf den Unternehmensalltag gemeinsam mit Entscheidern aus Recht und Wirtschaft zu diskutieren“, so Gastgeberin Kalss über den Schwerpunkt des diesjährigen Unternehmensrechtstages.
Forum für Rechts- und Wirtschaftsexperten
Das Vortragsprogramm des 4. Wiener Unternehmensrechtstages soll für Unternehmer und Juristen Aufklärung und Rechtssicherheit auf dem Gebiet „Compliance“ schaffen und die Teilnehmer zu Diskussionen einladen. Die Vortragenden des 4. Wiener Unternehmensrechtstages sind:
- Univ.-Prof. Dr. Katja Langenbucher (Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland): „Aufsichtsrecht – Gesellschaftsrecht: ein schwieriges Verhältnis“
- Dr. Cecile Bervoets (FMA, stv. Abteilungsleiterin Compliance): „Compliance aus Sicht der FMA“
- Prof. Dr. Alexander Schopper (Universität Innsbruck): „Compliance im Konzern“
- Univ.-Prof. Dr. Markus Roth (Universität Marburg): „Compliance – Pflichten des Aufsichtsrats“
- Univ.-Prof. Dr. Susanne Kalss (Wirtschaftsuniversität Wien): „Compliance – was ist damit aus gesellschaftsrechtlicher Sicht gemeint?“
- Univ.-Prof. Dr. Ulrich Torggler (Universität Wien): „Kritische Anmerkungen zur sog. ‚Legalitätspflicht’ des Vorstands“
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Link: WU