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Business

Flaue Konjunktur lässt Stromverbrauch stagnieren

Wien. Ein Preisverfall an den Strombörsen, steigende Importe und zunehmende Netzbelastung waren die Herausforderungen für die österreichische E-Wirtschaft im Jahr 2015. Die flaue Konjunktur lässt den Stromverbrauch heuer stagnieren.

„Alle negativen Trends der vergangenen Jahre haben sich nahtlos auch 2015 fortgesetzt“, erklärt Barbara Schmidt, Generalsekretärin der Branchenvereinigung „Oesterreichs Energie“ im Rückblick. Österreichs E-Wirtschaft biete ihren Kunden weiterhin konkurrenzfähige Preise und höchste Versorgungssicherheit, so die Branchen-Lobby, die rund 140 Mitgliedsunternehmen zählt, mit knapp 21.000 Mitarbeitern und einem Anteil von rund 90 Prozent an der österreichischen Stromerzeugung.

Die Entwicklung des Stromverbrauchs

  • Der Stromverbrauch in Österreich wird 2015 nach bisherigen Zahlen stagnieren und bei etwa 65 Milliarden Kilowattstunden liegen.
  • Zusätzlich werden 2015 aufgrund der Preisentwicklung an den Märkten nach aktuellen Hochrechnungen rund 9,5 Milliarden Kilowattstunden Netto-Stromimporte anfallen, das sind 14 bis 15 Prozent des Inlandsstromverbrauchs.

Schmidt: „Weil inzwischen jede siebente Kilowattstunde aus dem Import stammt, entgehen der E-Wirtschaft und Österreichs Volkswirtschaft wichtige Wertschöpfung, was sich auch nachteilig auf die Beschäftigungslage und die Investitionskraft in der E-Wirtschaft auswirkt.“ Im Verlauf eines Jahres sind die Strompreise an der EEX von 33,40 Euro pro Megawattstunde (3,34 Cent pro Kilowattstunde) auf 28,10 Euro pro Megawattstunde gesunken.

Die Höchstlast im österreichischen Netz wurde 2015 am 18. Februar mit 9797,5 MW gemessen, die Niedrigstlast stellte sich am 19. August mit 4881,3 MW ein. Die gesamte installierte Leistung betrug Ende 2014 in Österreich 24.224 MW. Davon entfielen 13.568 MW auf Wasserkraftwerke, 6807 MW auf fossil betriebene Kraftwerke, 513 MW auf biogene Brennstoffe und bereits 2697 auf Windkraftwerke, Photovoltaik und Geothermie.

Schmidt: „Mit den bereits bekannten Projekten in diesen Sektoren und den erwarteten Wachstumsraten bei Photovoltaik in Privathaushalten sind immer mehr Tage zu erwarten, an denen diese Ökostromanlagen und Importe nahezu den gesamten Bedarf abdecken. Umso wichtiger ist es daher, dass Speicherausbau, Netzausbau und der Aufbau smarter Systeme hier Schritt halten.“

Strompreisindices auf niedrigem Stand

Stromkunden profitieren aktuell stark von der Entwicklung auf den Märkten, so die Branche: Die Preise für Haushaltsstrom seien inzwischen wieder auf dem Niveau des Jahres 2008 angelangt, was einem Rückgang um rund 14 Prozent seit 2012 entspricht.

Die Strompreise für Gewerbebetriebe und Industrie liegen aktuell um mindestens fünf Prozent unter den Werten von 2008. Das zeige auch die aktuelle Preiserhebung der europäischen Statistikbehörde Eurostat, bei der Österreich zu den günstigsten Ländern der EU14 mit Ausnahme der Atomstromproduzenten gehört. Schmidt: „Diese Position zu halten und im kommenden Jahr die Effizienzbemühungen fortzusetzen, sowie die Grundsteine für die Energieversorgung der Zukunft zu legen, werden die zentralen Aufgaben der Österreichischen E-Wirtschaft 2016 sein.“

Link: Oesterreichs Energie

 

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