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Business

Deloitte: Millennials suchen gerne neues Glück in neuen Jobs

Wien. Die Generation der 24- bis 34-Jährigen zeigt sich äußerst flexibel. Zwei Drittel der sogenannten Millennials wollen bis 2020 ihren Job wechseln. Einer von vier Millennials wäre bereit, im nächsten Jahr einen neuen Job anzutreten und etwas völlig anderes zu machen.

Diese Zahl erhöht sich auf 44%, wenn der Zeitraum für einen potenziellen Berufswechsel auf zwei Jahre erweitert wird. Zu diesen Ergebnissen kommt der zum fünften Mal von Deloitte international durchgeführte Millennial Survey.

„Die hohe Jobwechselbereitschaft unter den Millennials ist ein weltweiter Trend, den wir auch in Österreich beobachten“, betont Bernhard Gröhs, Managing Partner von Deloitte Österreich. „Die Millennials etablieren sich immer mehr im Arbeitsleben und damit steigt auch der Druck auf die Unternehmen, für die geänderten Bedürfnisse und hohen Erwartungen der jungen Arbeitnehmer die passenden Angebote zu liefern. Die Loyalität der Millennials muss hart erarbeitet werden.“

Millennials wollen Leadership

Die jungen Arbeitnehmer machen laut einer Aussendung ihre Loyalität zum Arbeitgeber von einer Reihe von Faktoren abhängig: Sie suchen Entwicklungsmöglichkeiten und wollen Führungsverantwortung übernehmen, verlangen nach Flexibilität und sinnvollen Tätigkeiten.

Gerade das Thema Leadership wird demnach für die Millennials immer wichtiger. Auch wenn viele von ihnen bereits höhere Positionen in Unternehmen bekleiden, bleibt für die Unternehmen dennoch einiges zu tun. Mehr als sechs von zehn Befragten sind der Meinung, dass ihre Leadership-Fähigkeiten nicht ausreichend gefördert werden. „Die Millennials fühlen sich beim Thema Leadership häufig übergangen“, erklärt Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich. „Sie haben das Gefühl, dass ihre Vorgesetzten junge Talente zu wenig fördern und es damit verabsäumen die Führungspersönlichkeiten von morgen heranzubilden.“ Die daraus resultierende Enttäuschung ist für die Unternehmen besonders riskant.

Mehr als drei Viertel der Studienteilnehmer geben an, selbst die Kontrolle über ihren Karriereweg zu haben. „Das hohe Selbstbewusstsein macht die Millennials unabhängig – auch in geografischer Hinsicht. Denn sie sehen nicht nur Österreich als ihren Arbeitsmarkt, sondern zumindest ganz Europa“, so Wentner.

Hohe Wertorientierung

Die aktuelle Studie bestätige erneut die generell hohe Wertorientierung der Millennials:

  • 56% schließen eine Beschäftigung bei einem bestimmten Unternehmen einzig aufgrund dessen Philosophie bereits im Vorfeld aus.
  • 55% messen ihren persönlichen Werten einen hohen Stellenwert bei der Jobwahl bei.
  • 49% haben sich auch schon einmal geweigert eine bestimmte Aufgabe zu übernehmen, da sie sich mit dieser nicht identifizieren konnten.
  • Von 44% wurde bereits ein konkretes Jobangebot aufgrund divergierender Wertvorstellungen abgelehnt.

„Millennials stellen ihre eigenen Werte nicht selten über die des Unternehmens. Sie trauen sich Nein zu sagen, wenn eine konkrete Aufgabe mit ihren Überzeugungen im Widerspruch steht“, so Wentner. „Die Studienergebnisse legen außerdem den Schluss nahe, dass sich die Werte der jungen Talente auch bei beruflichem Aufstieg und Erfolg nicht ändern oder verwässern. Die Unternehmen müssen mehr denn je eine wertebasierte Kultur aufbauen.“

Suche nach Sinn

Die Millennials wollen zum überwiegenden Teil für Unternehmen tätig sein, die neben Profitorientierung ihrer Tätigkeit auch einen übergeordneten Sinn geben.

  • 56% der Millennials geben an, dass der tiefere Unternehmenszweck einer der Hauptgründe für die Jobwahl war.
  • 88% der Befragten, die länger als fünf Jahre in ihrem Unternehmen bleiben wollen, sind mit dem Sinnverständnis ihrer Organisation einverstanden. Unter denjenigen, die innerhalb von zwei Jahren einen Wechsel planen, sind es immerhin 63%.

„Die Millennials verstehen, dass Profitabilität und Wirtschaftlichkeit wichtige Pfeiler unserer Wirtschaft sind. Sie verlangen aber auch, dass Unternehmen ihr Handeln nicht an der reinen Gewinnmaximierung ausrichten. Das müssen die Unternehmen dringend ernst nehmen, wenn sie Millennials überzeugen und längerfristig binden wollen“, erklärt Gröhs abschließend.

Studiendesign

Der fünfte Deloitte Millennial Survey wurde im Zeitraum September-Oktober 2015 durchgeführt. Im Rahmen der Studie wurden weltweit insgesamt rund 7.700 Millennials aus 29 Ländern befragt.

Und was ist ein Millennial eigentlich? Alle Teilnehmer wurden nach 1982 geboren, verfügen über einen akademischen Abschluss, haben eine Vollzeitbeschäftigung und arbeiten zum überwiegenden Teil in privatwirtschaftlichen Unternehmen mit mehr als 100 Angestellten.

Link: Deloitte

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