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Business, Recht, Veranstaltung

Internet Advertising Bureau warnt vor zuviel Datenschutz

André Eckert ©leisure.at/Roland Rudolph
André Eckert ©leisure.at/Roland Rudolph

Wien. Die American Chamber of Commerce in Austria (AmCham) und das Internet Advertising Bureau (IAB) stellen zur Diskussion, ob Datenschutz zur Wirtschaftsbremse werden könnte. Hintergrund: Die Zukunft von Datenschutzregulierungen wird aktuell in Brüssel behandelt.

Während die Agenda der AmCham derzeit stark vom transatlantischen Handelsabkommen TTIP geprägt ist, befasst sich der IAB derzeit intensiv mit den neuen Datenschutzrichtlinien der Europäischen Union, die künftig in Kraft treten werden, so eine Aussendung.

„Nur wer sich rechtzeitig informiert, kann bei der politischen Entscheidung Einfluss nehmen und die Rahmenbedingungen für den Onlinemarkt aktiv mitgestalten“, meint IAB-Vizepräsident und Russmedia Digital-Geschäftsführer André Eckert im Rahmen eines Business Breakfasts der AmCham. Mit einem Volumen von 35 Milliarden Euro in Europa sei der Online-Werbemarkt ein relevanter Wirtschaftsfaktor, der Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum schafft.

Cookies – pro und contra

Der gesamte Werbemarkt sei Daten getrieben, wobei Cookies die Basis darstellen, um Werbung an die gewünschte Zielgruppe auszuspielen und damit effizient zu kommunizieren. Auch die wissenschaftliche Forschung profitiert von Cookies, um die Lebensgewohnheiten der Menschen zu analysieren. Das Werbegeschäft der Zukunft ist durch Real Time Bidding (RTB) gekennzeichnet, bei dem Maschinen miteinander kommunizieren und Gebote abgeben, um die gewünschten User zu erreichen. In Großbritannien macht dieses Auktionsgeschäft bereits 50 Prozent der digitalen Werbeumsätze aus, während es in Österreich noch in den Kinderschuhen steckt.

User müssen Cookies jedoch durch die Datenschutzrichtlinien zustimmen. Website-Betreiber sind verpflichtet, sich diese Zustimmung einzuholen und riskieren andernfalls hohe Strafen. Die momentane Rechtslage lässt laut der Aussendung befürchten, dass diese Zustimmung bei jedem Besuch einer Website eingeholt werden muss. Für Minderjährige wäre theoretisch eine Zustimmung der Erziehungsberechtigten erforderlich, was sich in der Praxis jedoch kaum realisieren lasse.

Rechtliche Rahmenbedingungen vs. Informationsfreiheit

„Die Unternehmen müssen jetzt aufzeigen, damit die Gesetzgebung keinen wirtschaftlichen Nachteil für den europäischen Markt im globalen Wettbewerb darstellt“, so Eckert. Wenn Menschen künftig Werbung im Internet ablehnen können, stelle dies das Ende der kostenlosen Informationskultur im Netz dar. „Demokratiepolitisch ist es gefährlich, wenn die freie Informationskultur durch wirtschaftliche Zwänge eingeschränkt wird“, betont Eckert. Auch das Recht auf Vergessen stelle Medieninhaber vor große Herausforderungen. Die EU sieht Strafen von vier Prozent des Jahresumsatzes bei Vergehen vor, die gerade für kleinere Anbieter existenzgefährdend werden können.

„Aus den Verhandlungen darf kein Wettbewerbsnachteil für Europa entstehen, der noch mehr Wertschöpfung an die Big Five im Silicon Valley abwandern lässt“, so Eckert abschießend.

Zukunft des digitalen Werbemarkts

Auf Einladung von AmCham Austria-Präsident Norbert B. Lessing diskutierten beim Business Breakfast unter anderem Schoellerbank-Vorstand Franz Witt-Dörring, Anwalt Robin Lumsden, Generalssekretärin Daniela Homan, Hoteldirektor Matthias Welzel (Hilton Vienna Plaza), Wilfried Krammer (Deloitte Austria), Tanja Lahaye (Manpower), Unternehmer Charles Lafond, Julia Gumhalter (Kühne + Nagel) und Andrea Seyfried (Vienna Region Marketing).

Link: Amerikanische Handelskammer

Link: Internet Advertising Bureau

 

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