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Business, Steuer

Wann Hoteliers die GmbH aufgeben sollen

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©ejn

Zell am See. Der Auftritt als Einzelunternehmen oder Personengesellschaft ist für Hotels unter Umständen künftig die bessere Rechtsform, so das Beratungsunternehmen Prodinger: Die Steuerreform mache die GmbH weniger attraktiv. Bei der Umstellung sei aber einiges zu beachten.

Die aktuelle Steuerreform bringt eine Erhöhung der Kapitalertragssteuer bei Ausschüttungen von 25 auf 27,5 Prozent sowie die Tarifanpassungen bei der Einkommenssteuer. Von Experten wird hinterfragt, ob die GmbH noch die steueroptimale Rechtsform für ein Unternehmen ist, heißt es weiter: Die Gesamtsteuerbelastung einer GmbH (nach Ausschüttung) steigt von 43,75 auf 45,625 Prozent und unterliegt auch den Ausschüttungen der Sozialversicherungspflicht.

Die ab 2016 niedrigere Einkommenssteuerbelastung kann dazu führen, dass künftig die Rechtsform des Einzelunternehmers oder der Personengesellschaft im Vergleich zur GmbH vorteilhafter ist, erklärt Christoph Magauer von Prodinger Steuerberatung.

Wie man umwandelt…

Ein Rechtsformenwechsel von der GmbH in ein Einzelunternehmen oder in eine Personengesellschaft könne im Rahmen einer Umwandlung steuerneutral, also ohne Besteuerung der stillen Reserven oder des Firmenwerts, erfolgen. Durch geschickte Gestaltung lassen sich, so Prodinger-Experte Manfred Schekulin, mitunter auch bei der Umwandlung die Vorteile einer verbesserten Eigenkapitaldarstellung nutzen.

Bei einer Umwandlung sei allerdings zu beachten, dass nicht ausgeschüttete Gewinne als fiktive Ausschüttung dann einer KESt in Höhe von 27,5 Prozent unterliegen. Wurde die Beteiligung an der GmbH vor einigen Jahren gekauft, gehen die steuerlichen Anschaffungskosten der GmbH-Beteiligung unwiderruflich verloren. Besitzt die Gesellschaft Immobilien, fällt bei der Umwandlung Grunderwerbssteuer an, die bei wertvolleren Liegenschaften die Vorteile einer Umwandlung schnell zunichtemachen könnten. Allerdings könnten sich neue Möglichkeiten bei der Haftungsregelung ergeben. Pensionszusagen sowie Abfertigungsrückstellungen für Gesellschafter müssen zum Umwandlungszeitpunkt besonders beachtet werden.

„Wichtig bei Verkauf“

Ist ein Verkauf oder eine Betriebsaufgabe in nächster Zeit geplant, könne die Umwandlung in ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft einen massiven Vorteil bringen, da die Erträge aus der Verwertung von Liegenschaften der Immobilienertragssteuer (Immo-ESt) unterliegen.

Die Immo-Est ist zwar durch die Steuerreform von 25 auf 30 Prozent gestiegen, das sei aber immer noch günstiger als der Verkauf aus der GmbH mit anschließender Ausschüttung. „Eine generelle Aussage ist allerdings nicht möglich“, fasst Magauer zusammen, „es ist ratsam, jeden Einzelfall zu prüfen, speziell wenn Immobilien ins Spiel kommen“.

Prodinger und GFB-Gruppe sind unabhängige Netzwerkpartner mit den Hauptsitzen in Zell am See und zahlreichen weiteren Netzwerkpartnern v.a. in Tourismus-Regionen. Die Netzwerkgruppe betreut nach eigenen Angaben aktuell mehr als 500 Hotelbetriebe, 30 Destinationen und 40 Bergbahnenund hat 250 Mitarbeiter.

Link: Prodinger

 

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