Ende des Bargelds Thema für IRIS-Symposion

Salzburg. Kommt das Ende des Bargelds? An der Universität Salzburg findet vom 25. bis 27. Februar  2016 das 19. Internationale Rechtsinformatik Symposion IRIS statt. Es widmet sich neben der aktuellen Bargeld-Thematik auch Facebook und Datenschutz, selbstfahrenden Autos und mehr.

Über 100 internationale Experten werden drei Tage lang in den Räumen der Rechtswissenschaftlichen Fakultät  der Universität Salzburg zu topaktuellen Themen referieren und diskutieren, so die Uni.

Von Facebook bis selbstfahrende Autos

Organisiert wird die Veranstaltung vom Wissensnetzwerk Recht Wirtschaft und Arbeitswelt der Universität Salzburg und der Arbeitsgruppe Rechtsinformatik der Universität Wien.

„Wir erreichen heuer mit über 150 Vorträgen einen neuen Rekord. Und es gibt auch eine Premiere: Erstmals wird während der gesamten Konferenz ein sogenannter Hackathon stattfinden. Ein Hackathon ist eine Wortschöpfung aus Hacken und Marathon. Ziel unseres legalen Hackathons ist ein leichterer Zugang zu Rechts-Texten. Zu dieser experimentellen Softwareentwicklungs–Veranstaltung sind alle Interessierten, insbesondere Studierende eingeladen“, sagt Peter Mader, Professor für Bürgerliches Recht an der Universität Salzburg und einer der Organisatoren der 19. IRIS.

Bitcoin, Bargeld & Co

  • Eines der derzeit öffentlich heiß diskutierten Themen, die bei der IRIS näher beleuchtet werden, sei die Abschaffung des Bargelds, damit verbundene Ängste  und rechtliche Aspekte. Frei nach dem Bankier Mayer Amschel Rothschild:  „Gebt mir die Kontrolle über die Währung  einer Nation, und es ist mir gleichgültig, wer die Gesetze macht.“  Das Thema werde vom Wiener Medienrechtsexperten Kai Erenli am Beispiel des alternativen Zahlungsmittels „Bitcoin“ (englisch für „digitale Münze“) illustriert.
  • Für Diskussionsstoff sorgen seit einiger Zeit selbstfahrende Autos. Georg Borges, Professor für Bürgerliches Recht und Rechtsinformatik der Universität des Saarlandes erörtert in seinem Vortrag die Frage der Haftung für Unfälle unter Beteiligung selbstfahrender Autos. Der Schwerpunkt liegt auf der Haftung des KFZ-Herstellers. Nach geltender Rechtslage konzentriere sich die Haftung auf den Halter des Fahrzeugs. Das erscheine bei selbstfahrenden Autos nicht angemessen. Borges plädiert für eine verschuldensunabhängige Haftung des Herstellers selbstfahrender Autos, die durch den Gesetzgeber eingeführt werden sollte.
  • Was die praktischen Konsequenzen das im Oktober 2015 vom EuGH für ungültig erklärten „Safe Harbor Abkommens“ sind, darüber referiert der Welser Rechtsanwalt Michael Pachinger. Auslöser für das Urteil war die Klage des aus Salzburg stammenden Juristen Max Schrems gegen Facebook.
  • Diskutiert wird auf der IRIS auch wieder über das „Recht auf Vergessenwerden“  (Referent Maurits Haas). Im Internet sind Daten weltweit dauerhaft verfügbar. Etliche Experten fordern daher ein „Recht auf Vergessenwerden“ als digitales Grundrecht für die Netzwerkgesellschaft.  Das Aufsehen erregende Google Urteil des Europäischen Gerichtshofs  aus dem Jahr 2014 ist ein Schritt in diese Richtung.
  • Auf dem Gebiet des Urheberrechts wird sich der Salzburger Internetrechtsexperte Clemens Thiele  unter dem Titel „Kein Mensch ist unwesentliches Beiwerk“ aus Anlass eines aktuellen Falles kritisch mit der neuen Bestimmung im österreichischen Urheberrechtsgesetz über „Unwesentliches Beiwerk“ auseinandersetzen.  Im Bikini am Strand von El Arenal – eine  Fotoveröffentlichung in der Bild-Zeitung führte zu einem veritablen Rechtsstreit einer am dortigen Promi-Geschehen völlig unbeteiligten Person  mit der auflagenstärksten Zeitung.

Link: IRIS16

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